Ärzte Zeitung online, 13.11.2017
 

KBV-Chef Gassen

Enges Korsett der Budgets muss weg

BERLIN. Die Stimmen aus der Ärzteschaft gegen die bisherige Budgetierung in der ambulanten Versorgung werden lauter: Auch KBV-Chef Dr. Andreas Gassen hat nun an die künftige Regierungskoalition appelliert, in ihren Beratungen "die Abschaffung der Budgetierung ärztlicher Leistungen zu berücksichtigen" und feste Preise ohne fremde Mengensteuerung zu ermöglichen.

Die Gesellschaft wandele sich und damit würde auch die Nachfrage nach medizinischen Leistungen steigen, begründet er seinen Appell. "Wir können dank der hervorragenden Arbeit der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten versorgen – jetzt und in Zukunft.

Aber was heute schon sehr schwierig ist, wird in absehbarer Zeit so nicht mehr gehen: Unbegrenzte Leistungen für begrenztes Geld zu erbringen", sagt der KBV-Chef sehr deutlich.

Laut KBV erbringen die niedergelassenen Ärzte aktuell jede zehnte Leistung, ohne letztlich dafür vergütet zu werden. Gleichzeitig würden immer mehr Leistungen ambulant erbracht. Wolle man auch die medizinische Versorgung künftiger Generationen sicherstellen, muss sich nach Ansicht der KBV hieran etwas ändern. Gassen: "Wir brauchen ein Umdenken in der Politik und die Bereitschaft, das enge Korsett der Budgetierung abzustreifen." (reh)

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