Ärzte Zeitung online, 21.11.2017
 

KV Berlin

Abrechnungen per Datenträger werden teurer

Die KV Berlin will die Online-Abrechnung attraktiver machen und erhöht deshalb den Verwaltungskostensatz für Ärzte, die noch Datenträger bei der KV abgeben.

Von Julia Frisch

Abrechnungen per Datenträger werden teurer

Abrechnen – geht es nach der KV Berlin, dann künftig bitte nur noch online.

© ptnphotof / Fotolia

BERLIN. 66 Prozent der Vertragsärzte rechnen schon online ab. Diesen Anteil will die KV Berlin jetzt aber noch erhöhen. Auch die, die noch per Datenträger abrechnen (ADT-Abrechner) "wollen wir sukzessive in die Online-Welt überführen", sagte Uwe Fischer, Hauptabteilungsleiter Finanzen bei der KV, bei der Vorstellung des Verwaltungs- und Investitionshaushalts 2018 auf der jüngsten Vertreterversammlung.

Die Delegierten stimmten zu, ab dem zweiten Quartal 2018 die Umlage für ADT-Abrechner von 2,4 auf drei Prozent zu erhöhen. Für Online-Abrechner bleibt der Kostensatz bei 2,4 Prozent.

Auch für die übrigen Teile des Investitions- und Verwaltungshaushalts gab es von der Vertreterversammlung grünes Licht. Er wird ein Gesamtvolumen von rund 47 Millionen Euro haben und damit um 6,5 Prozent höher ausfallen als der Haushalt 2017. Darin enthalten sind Rücklagen und Zuführungen zum Vermögen in Höhe von 867.000 Euro.

Mehr Weiterbildungsförderung

Der Sicherstellungsfonds soll mit zehn Millionen Euro finanziert werden, der Plan für 2017 sah noch eine Summe von 8,5 Millionen Euro vor. Mit dem Geld soll unter anderem die Umstellung in Berlin auf die einheitliche Rufnummer 116.117 finanziert werden, ebenso natürlich die Förderung der Weiterbildung (2018 sind 291 Stellen veranschlagt, 2017 waren es 260) und die Sicherstellungszuschläge für den Notdienst.

Als Konsequenz aus der problematischen Honorarverteilung der vergangenen Jahre, die auf mangelndes Controlling und "unklare Normen" (KV-Chefin Dr. Margret Stennes) zurückzuführen war, hat die Vertreterversammlung einer Änderung des Honorarverteilungsmaßstabes zugestimmt. Dort soll zum einen nun klarer definiert werden, was nicht ausgeschöpfte RLV-Gelder sind. Zum anderen ist ausdrücklich die Ermächtigung an den Vorstand vorgesehen, Rückstellungen für zukünftige Aufgaben und nicht vorhersehbare Ereignisse zu bilden wie etwa Rechtsstreitigkeiten oder Honorarnachzahlungen aufgrund von Rechenfehlern.

Das sei keine Änderung zu dem in der Vergangenheit praktizierten Vorgehen, "wir machen es jetzt nur transparent", warb Stennes für die Änderung im Honorarverteilungsmaßstab. In jeder KV sei "eine bestimmte Menge Luft im Reifen", um gegen Unwägbarkeiten gewappnet zu sein, ohne dass es im Fall der Fälle "die Fallwerte runterreißt".

Zu Forderungen von VV-Mitgliedern, dass über Rückstellungen in der VV abgestimmt werden müsse, da sie Eingriffe in die Honorarverteilung seien, sagte KV-Vorstandsmitglied Günter Scherer, dass die Bildung von Rückstellungen zum Geschäft des Vorstands gehöre: "In die Kompetenz der Vertreterversammlung gehört es, Normen zu setzen, deren Umsetzung ist aber Aufgabe des Vorstands."

Neue Wege in der Stellenpolitik

Die KV-Spitze müsse und dürfe die VV natürlich kontrollieren. "Wir müssen darauf achten, dass wir Berichte bekommen und unsere Aufsichtspflicht wahrnehmen", sagte VV-Vorsitzende Dr. Christiane Wessel.

In der Stellenpolitik schlägt die KV neue Wege ein. Leiharbeiter würden nicht mehr eingestellt, diese Beschäftigungsverhältnisse seien "abgeschafft", berichtete Uwe Fischer in der Vertreterversammlung. Stattdessen werden Stellen jetzt auch unbefristet ausgeschrieben. Das, so der Finanz- und Personal.-Hauptabteilungsleiter, mache sich schon bemerkbar – und zwar "bei der Qualität der Bewerber". Viele "gute" Leute würden sich jetzt bei der KV Berlin bewerben.

47 Millionen Euro Gesamtvolumen hat der Haushalt der KV Berlin fürs Jahr 2018 – damit liegt er um 6,5 Prozent höher als im Vorjahr.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Onkologen und IQWiG uneins über Nutzen von Gentests

Sind Gentests hilfreich für Brustkrebspatientinnen bei der Therapieentscheidung? Die aktuelle Einschätzung von Onkologen und IQWiG geht hier auseinander. mehr »

Keine Herzgeräusche im Stehen – kein Herzfehler

Mit einer simplen Methode können Ärzte pathologische von physiologischen Herzgeräuschen bei Kindern unterscheiden. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

15 Jahre nach der hochemotionalen Debatte um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen fürchten Forscher durch das Stammzellgesetz Nachteile in Deutschland. mehr »