Ärzte Zeitung online, 11.12.2017

Berlin

Differenz bei Honoraren ist groß

Die KV Berlin schlüsselt im Honorarbericht nun auch die Verteilung innerhalb der Fachgruppen auf.

BERLIN. Viele niedergelassene Ärzte in Berlin sind keine Großverdiener. Das geht aus dem neuesten Honorarbericht der KV Berlin hervor. Er zeigt nun neben dem durchschnittlichen Honorar auch die Verteilung der Umsätze innerhalb der Fachgruppen. Diese Erweiterung geht auf Reaktionen der Berliner Ärzte auf den ersten Honorarbericht zurück, den die KV im Juli vorgelegt hat.

"Der erste Honorarbericht der KV Berlin für das Quartal 4/2016 hat insgesamt positive Reaktionen bei der Berliner Ärzteschaft ausgelöst", erläutert Markus Jäckel, Hauptabteilungsleiter Abrechnung/Honorarverteilung in der KV Berlin im KV-Blatt.

Die laut Jäckel "berechtigte Kritik" von Augenärzten, dass das Durchschnittshonorar in ihrer Fachgruppe für die meisten Augenärzte nicht repräsentativ sei, greift die KV nun auf, indem sie die Honorarumsätze der Ärzte einer Fachrichtung in Umsatzklassen einteilt.

Die Darstellung zeigt, dass rund acht Prozent der Berliner Augenärzte im ersten Quartal dieses Jahres Honorarumsätze unter 15.000 Euro generierten, aber auch etwa genauso viele über 90.000 Euro. Unter den Berliner Hausärzten erwirtschaftete fast jeder Siebte weniger als 20.000 Euro, jeder sechste hatte KV-Umsätze über 70.000 Euro. Der Mittelwert der Hausarzthonorare lag bei 47.307 Euro.

Insgesamt hat die KV Berlin im ersten Quartal 2017 rund 473 Millionen Euro Honorarmittel ausgeschüttet. Die Berliner Ärzte haben damit rund 4,3 Prozent mehr Honorar erhalten als von Januar bis März 2016. Vor allem die Honorarsumme im Bereich der Einzelleistungsvergütung (EGV) ist deutlich um zehn Prozent gewachsen.

Das Honorar pro Arzt ist im hausärztlichen Bereich um 4,84 Prozent, bei den Fachärzten im Schnitt um 4,56 Prozent gestiegen. Allerdings war die Auszahlungsquote rückläufig. Sie beziffert den Anteil der Leistungen, die vergütet wurden.

Dieser Anteil lag bei Haus- und Fachärzten gleichermaßen unter 85 Prozent, wobei er bei den Fachärzten stärker gesunken ist als bei den Hausärzten. Jäckel führt das darauf zurück, dass die Fachärzte im ersten Quartal 2017 deutlich mehr Patienten versorgt haben als ein Jahr zuvor. Ihre Fallzahlen sind um 8,5 Prozent gestiegen. (ami)

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