Ärzte Zeitung online, 04.01.2018

Sachsen

Zehn Prozent mehr Vergütung für Notärzte

Die Vergütung für die Bereitschaftszeit während der Tagzeit steigt um 25 Prozent, bei der Sonderzeit um 17 Prozent.

Zehn Prozent mehr Vergütung für Notärzte

Die neue Honorarvereinbarung für Sachsens Notärzte gilt für zwei Jahre.

© Jörg Hüttenhölscher / stockadobe.com

DRESDEN. Die Notärzte in Sachsen erhalten seit Jahresbeginn zehn Prozent mehr Honorar. Darauf haben sich die gesetzlichen Kassen in Sachsen und die Arbeitsgemeinschaft Sächsischer Notärzte verständigt. Die Vereinbarung gilt für zwei Jahre. Konkret steigen die Vergütungen für die Bereitschaftszeit während der Tagzeit um 25 Prozent und bei der Sonderzeit um 17 Prozent. Dagegen fällt die Einsatzpauschale um 12,5 Prozent geringer aus. Die Kassen zahlen für die jährlich etwa 170.000 notärztlichen Einsätze im Freistaat rund 23 Millionen Euro.

Die Notärzte sprechen von "tendenziell fallenden Einsatzzahlen" und davon, dass "wir mit diesem Verhandlungsergebnis deutschlandweit im oberen Segment der Vergütung angekommen sind": Vergleichbare Entgelte gebe es allenfalls in Bayern und Sachsen-Anhalt. Die Teilnahme an Notarztdiensten erfolgt in Sachsen auf freiwilliger Basis. Die überwiegende Zahl der Notärzte leistet die Dienste neben ihrer beruflichen Tätigkeit in Klinik oder Praxis.

Sven Spenke, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Sächsischen Notärzte, sieht aber noch Handlungsbedarf. Damit meint er etwa die Verzahnung mit dem kassenärztlichen Bereitschaftsdienst, die verbessert werden müsse.

Nach Ansicht der Krankenkassen und der Arbeitsgemeinschaft der Notärzte sollen die Ärzte für die Abrechnungen ihrer Einsätze das elektronische Verfahren statt jenes auf Papier nutzen. Dabei würden die Honorare schneller ausgezahlt und der Abrechnungsaufwand sinke. Bis zur Jahresmitte sollen alle 79 Standorte mit der dafür notwendigen Technik ausgerüstet sein, bislang sind es 63. (sve)

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