Ärzte Zeitung online, 08.03.2018

Weltfrauentag

Mehr Mut zum ärztlichen Erfolg, meine Damen!

FRANKFURT/MAIN. Ärztinnen erobern die Medizin, aber in den Führungsetagen von Kliniken, Forschungseinrichtungen und auch an der Spitze berufspolitischer Gremien seien sie noch immer unterrepräsentiert, moniert die Vizepräsidentin der Landesärztekammer Hessen, Monika Buchalik.

Anlässlich des heutigen Weltfrauentages fordert sie von Medizinerinnen daher mehr Mut zum eigenen Erfolg. "Ärztinnen, die Karriere machen wollen, müssen zielstrebig Führungspositionen anstreben – ob in eigener Praxis, im Krankenhaus oder in Forschung und Lehre."

Fast 61 Prozent der Medizinstudierenden in Hessen seien weiblich, so die Kammer, in der Weiterbildung liege der Anteil der Ärztinnen ebenfalls bei 60 Prozent. In den hessischen Kliniken besteht annähernd Gleichstand zwischen Ärztinnen (7125) und Ärzten (7400).

Unter den Niedergelassenen beträgt die Frauenquote rund 44 Prozent. Dennoch habe der Anteil der Oberärztinnen in Hessen im Jahr 2016 bei nur 29 Prozent, der der Chefärztinnen sogar bei nur 12 Prozent gelegen.

 Von den Professuren am Fachbereich Medizin waren 2016 gerade einmal 19 Prozent mit Frauen besetzt. Auch in der Selbstverwaltung der Landesärztekammer gibt es laut Buchalik Nachholbedarf: Nur zwei Mitglieder des Präsidiums sind weiblich. In der Delegiertenversammlung sitzen 23 Ärztinnen und 57 Ärzte.

Buchalik rät Medizinerinnen, mehr einzufordern: Etwa dass Verträge über die gesamte Weiterbildungszeit abgeschlossen werden, Hilfe bei der Kinderbetreuung sowie Mentorinnen- und Wiedereinstiegsprogramme. Außerdem rät sie ihnen, sich in berufspolitischen Gremien und in der ärztlichen Selbstverwaltung zu engagieren, um die Rahmenbedingungen der Berufsausübung selbst mitzugestalten. (reh)

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (19254)
Hessen (823)
Organisationen
ÄK Hessen (337)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »

Urologen befeuern Diskussion um Herztoddiagnostik

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie fordert große Reformen bei der Organspende. DGU-Präsident Professor Paolo Fornara erläutert im Interview, welche Neuregelungen seiner Meinung nach dringend nötig sind. mehr »