Ärzte Zeitung online, 13.03.2018

Kommentar

Auf Abschottung getrimmt

Von Wolfgang  van den Bergh

vdb

Schreiben Sie dem Autor vdb@springer.com

Ein System zusammenzuführen, das jahrelang auf strikte Abschottung getrimmt war, ist ambitioniert. So sind Ärzte und ihre Mitarbeiter diesseits und jenseits der Sektoren ambulant und stationär sozialisiert worden.

Doch das war einmal, weil der Ruf nach Zusammenarbeit immer lauter wird, so auch bei der Eröffnung des Gesundheitskongresses des Westens. Der hat die Schnittstellenüberwindung zum Hauptthema erklärt. Das war zugleich eine Steilvorlage für Landesminister Laumann, der diese zu einer schonungslosen Status-quo-Analyse nutzte – durchaus selbstkritisch. Immerhin war er zwischen 2005 und 2010 verantwortlicher Minister in NRW.

Es hakt an allen Ecken und Enden, an einer sektorübergreifenden Bedarfsplanung genauso wie an einheitlichen Preisen für Leistungen. Auf andere Länder zu schielen, wie etwa auf Dänemark, wo in den vergangenen zehn Jahren das Gesundheitssystem eine Radikalkur verpasst bekommen hat, ist wenig zielführend. Allein der drastische Abbau der Kliniken um fast die Hälfte wäre in Deutschland undenkbar.

Die Ressourcen-Diskussion bei uns erhöht den Handlungsdruck. Eine Bund-Länder-Kommission soll einen Plan vorlegen. Mit schnellen Ergebnissen ist nicht zu rechnen. Skepsis am Gelingen ist angebracht.

Lesen Sie dazu auch:
Laumann: Politik hat Allgemeinmedizin ausbluten lassen

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Diese Akuttherapie lässt Hypertoniker Berge erklimmen

Wenn Hypertoniker in großen Höhen kraxeln, steigt ihr Blutdruck viel stärker an als bei ähnlicher Belastung auf tieferem Niveau. Eine Akuttherapie kann dagegen helfen, berichten Ärzte. mehr »

Der Trend zur Knieprothese

Bundesweit werden immer mehr künstliche Kniegelenke eingesetzt - zunehmend auch bei Jüngeren. Medizinisch erklärbar sei der Trend nicht, so die Bertelsmann-Stiftung. Die Autoren vermuten finanzielle Gründe dahinter und geben Ärzten Tipps. mehr »

Sieben Forderungen sollen Modelprojekt ARMIN voran bringen

Bereits seit 2014 läuft die Arzneimittelinitiative "ARMIN" in Sachsen und Thüringen. Die Beteiligten des Modellprojekts haben jetzt Bilanz gezogen und sieben Forderungen an die Politik übergeben. mehr »