Ärzte Zeitung online, 03.05.2018

KV Nordrhein

"Kein Abbau von Personal in Arztrufzentrale"

Die Duisburger Rufzentrale sei nur schwer erreichbar, heißt es. Die KV sieht das anders.

KÖLN. Die KV Nordrhein (KVNo) weist den Vorwurf zurück, die Arztrufzentrale in Duisburg würde auf Kosten der Patientensicherheit Personal abbauen, um Kosten zu sparen.

Die Arztrufzentrale ist 2011 an den Start gegangen, sie war zunächst nur für Nordrhein zuständig, später hat sich die KV Westfalen-Lippe angeschlossen.

Die Zentrale unterrichtet Anrufer über die Anlaufstellen im Notfalldienst und koordiniert die notwendigen Hausbesuche. Pro Jahr werden im Durchschnitt 1,1 bis 1,2 Millionen Anrufe bearbeitet.

Ein Mitarbeiter der Zentrale, der anonym bleiben will, hatte sich an die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" gewandt und von massiven Einsparungen bei den Personalkosten berichtet. Dadurch sei die Einrichtung massiv unterbesetzt. Anrufer hingen in der Warteschleife und müssten in Spitzenzeiten im Schnitt 30 Minuten warten, behauptete der Mann.

Der Rettungsdienst der Feuerwehr Duisburg bestätigte der Zeitung, dass in der Leitstelle vermehrt Anrufer landen würden, die unter der zentralen Notrufnummer 116 117 nicht durchkommen.

154 Mitarbeiter

Nach Angaben von KVNo-Sprecher Christopher Schneider beträgt die durchschnittliche Wartezeit an der Hotline zwischen 50 Sekunden und sechs Minuten. "In Spitzenzeiten an Wochenenden und Feiertagen kann diese auch länger sein."

Die Arztrufzentrale beschäftigt zurzeit 154 Mitarbeiter in Teil- und Vollzeit. Neben dem eigenen Personal setze sie auch Mitarbeiter eines externen medizinischen Fachcallcenters zur Verstärkung in Spitzenzeiten ein, sagt er. Das könnten in Spitzenzeiten über 20 Kräfte pro Schicht sein.

Die Duisburger Zentrale habe in den vergangenen Jahren kein Personal abgebaut, betont Schneider. "Allerdings hat die Arztrufzentrale teilweise anstelle von Neueinstellungen verstärkt auf Personal des externen Dienstleisters zurückgegriffen." Das diene der größeren Flexibilität in Spitzenzeiten und damit der besseren Erreichbarkeit für Patienten.

"Nicht jede Stelle wurde daher intern nachbesetzt."(iss)

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