Ärzte Zeitung online, 28.06.2018

Experten warnen

Wird es eng für Diabetiker?

Kommentar von Hauke Gerlof

hauke.gerlof

Schreiben Sie dem Autor hauke.gerlof@springer.com

Immer mehr Diabetiker, aber immer weniger Diabetologen? Wenn es so kommt, wie es die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) am Donnerstag dargestellt hat, dann bekommen wir in der Tat bald ein Problem mit der Versorgung von Patienten mit dieser Volkskrankheit.

Es ist so ähnlich, wie es lange Zeit in der Allgemeinmedizin war: Wenn zu wenig Lehrende den ärztlichen Nachwuchs für ihr Fach begeistern, sinkt das Interesse an der Weiterbildung in diesem Fach beziehungsweise einer Spezialisierung.

Dabei bietet gerade die Diabetologie große Möglichkeiten der interdisziplinären Zusammenarbeit – mit Kollegen ebenso wie mit weitergebildeten Diabetes-Assistenten, Ernährungsberatern, Podologen und vielen anderen mehr.

Deshalb kann man die Forderung der DDG nur unterstreichen, die Vorzüge des Faches im Studium auch angemessen darzustellen – mit mehr Lehrstühlen für Diabetologie und Endokrinologie und durch die Verankerung als Querschnittsfach im Medizinstudium. Dabei darf allerdings auch die Praxis nicht zu kurz kommen.

Und wer soll das umsetzen? Wenn die (Landes-) Politik nicht handelt – und diese Punkte etwa im Masterplan Medizinstudium 2020 festlegt –, könnte es eng werden.

Lesen Sie dazu auch:
Medizinstudium: Diabetologie verliert Verankerung in der Unimedizin

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die Notfall-Probleme „an der Wurzel packen“

Gesundheitsminister Spahn stellt Details seiner Umbaupläne für die Notfallversorgung vor. Die zahlreichen Reaktionen zeigen, wie viele Interessen es bei dem Thema gibt. mehr »

„Wir müssen die Hamsterräder anhalten“

Es gibt in Deutschland ausreichend Ärzte, findet Professor Ferdinand Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der Uni in Frankfurt. Welche Kernprobleme er sieht und wie die Versorgung verbessert werden kann, verrät er im Interview. mehr »

Thermometer aus der Blase gezogen

Mitunter verschwinden Gegenstände versehentlich in der Blase, manche stecken sich bewusst Besenstiele oder Fische ins Organ. Urologen konnten nun ein Thermometer über die Harnröhre eines Mannes entfernen – ganz ohne Op. mehr »