Ärzte Zeitung online, 22.08.2018

Versorgungsgesetz

MVZ kritisieren völlig unklaren Wechsel bei Arztstellen

Spahns Versorgungsgesetz findet bei den MVZ nicht nur Zustimmung.

BERLIN. Vor einem "bunten Teppich an Ermessensentscheidungen" in der Folge des Terminservice- und Versorgungsgesetzes warnt der Bundesverband Medizinische Versorgungszentren (BMVZ). Nach den aktuellen Formulierungen des Gesetzentwurfs (Paragraph 103 e,bb) ständen alle ärztlichen Personalwechsel in Praxen und MVZ unter dem Vorbehalt einer Zustimmung durch die Zulassungsausschüsse. " . . . Der Zulassungsausschuss kann den Antrag auf Nachbesetzung der Arztstelle ablehnen, wenn eine Nachbesetzung aus Versorgungsgründen nicht erforderlich ist", heißt es im Gesetzentwurf.

Diese Formulierung schaffe eine Analogie zwischen Arztstelle und Arztsitz, die nicht begründet sei. Sie schaffe zudem für die MVZ in hohem Maße Investitionsunsicherheiten, zum Beispiel bei der Anschaffung von Großgeräten.

Mögliche Kündigungen von Ärzten und Unwägbarkeiten, ob die Stelle überhaupt nachbesetzt werden könne, seien bei Banken schwer darstellbar, heißt es in der Stellungnahme des BMVZ zur Verbändeanhörung am Mittwoch.

Die Beschränkungen einzelner Träger, wie zum Beispiel die Erbringer nichtärztlicher Dialyseleistungen, hält der BMVZ für patientenunfreundlich. Unverständlich sei auch, dass Ärztenetze zwar künftig MVZ gründen dürfen sollen, aber nur in unterversorgten Gebieten. Das behindere vertragsärztliche Trägerstrukturen. (af)

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (19778)
MVZ (369)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

TSVG-Dialog mit offenem Ende

Jens Spahn (CDU) und Vertreter der Ärzteschaft haben beim mit Spannung erwarteten Dialog in Berlin die Klingen gekreuzt. Am Ende blieben Perspektiven für Kompromisse. mehr »

Suizidgefahr – Warnhinweis für die Pille

Die Pille und andere hormonelle Verhütungsmethoden sind in Deutschland weit verbreitet. Auf mögliche Folgen für die Psyche sollen Anwenderinnen künftig verstärkt hingewiesen werden. mehr »

Impfmuffel gefährden globale Gesundheit

Mangelnde Impfbereitschaft zählt laut der WHO zu den gegenwärtig größten Gesundheitsrisiken der Welt. mehr »