Ärzte Zeitung online, 27.08.2018

Hessen

Pinkowski ist neuer Kammerpräsident

Dr. Edgar Pinkowski hat die Wahl zum Präsidenten der Landesärztekammer Hessen gewonnen. Der Anästhesist wird Nachfolger von Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach.

Pinkowski ist neuer Kammerpräsident

Dr. Edgar Pinkowski wurde im ersten Wahlgang gewählt.

© Vera Friederich

FRANKFURT/MAIN. Wechsel an der Spitze der Landesärztekammer Hessen: Nach den Kammerwahlen im Juni wählte die Delegiertenversammlung am Samstag mit großer Mehrheit den Anästhesisten Dr. Edgar Pinkowski (62) von der Liste Fachärztinnen und Fachärzte Hessen zum neuen Präsidenten.

Der bisherige Amtsinhaber, Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach (70), war nicht mehr zur Wahl angetreten. Auch er gehörte der Liste Fachärztinnen und Fachärzte Hessen an und hatte die Landesärztekammer über zwei Wahlperioden geleitet.

Pinkowski wurde im ersten Wahlgang mit 45 von 78 abgegebenen Stimmen gewählt. Er setzte sich überraschend deutlich gegen Dr. Susanne Johna (Marburger Bund Hessen) durch, auf die 33 Stimmen entfielen.

Pinkowski, 1956 in Wetzlar geboren, ist seit 1989 als Anästhesist und Schmerztherapeut in einer Gemeinschaftspraxis in Pohlheim bei Gießen niedergelassen. Seit 2013 ist er Vorsitzender des Telematikausschusses der hessischen Ärztekammer. Seit 2007 gehört er auch der Vertreterversammlung der KV Hessen an.

Buchalik bleibt Vizepräsidentin

Er wolle Präsident aller hessischen Ärztinnen und Ärzte sein, sagte Pinkowski nach seiner Wahl: "Für mich sind Sachpolitik und pragmatische Entscheidungen wichtig. Dies gilt auch für die Versorgung im Alter".

Als Kernherausforderung für die Zukunft nannte er die Umsetzung der neuen Weiterbildungsordnung "im Sinne der jungen Kolleginnen und Kollegen". Dabei müsse Qualität vor Schnelligkeit gehen. Außerdem sprach sich Pinkowski für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch in der Weiterbildung aus.

Bei der Wahl zur neuen Vizepräsidentin setzte sich in der Stichwahl im zweiten Wahlgang die bisherige Amtsinhaberin Monika Buchalik von der Liste ÄrztINNEN Hessen, mit 42 Stimmen gegen Dr. H.-Christian Piper vom Marburger Bund Hessen durch, für den 36 Delegierte gestimmt hatten.

Marburger Bund tritt nach

Der Marburger Bund (MB) war bei den Kammerwahlen im Juni mit 24 von 80 Delegierten stärkste Fraktion in der Delegiertenversammlung geworden, konnte sich mit seinen Kandidaten für die Führungsämter aber nicht durchsetzen.

Nach der Wahl von Pinkowski zum neuen Präsidenten sprach der MB von einer "verpassten Chance". Die Delegierten hätten die Gelegenheit verstreichen lassen, "mit Dr. Susanne Johna eine Krankenhausärztin zur Präsidentin zu wählen und somit ein Zeichen für die steigende Zahl von Ärztinnen in der Ärzteschaft zu setzen", teilte der Landesverband der Gewerkschaft am Montag mit.

Stattdessen sei "der deutlich ältere niedergelassene Anästhesist Dr. Edgar Pinkowski von der Liste der Fachärztinnen und Fachärzte gewählt worden".

Die unterlegene Dr. Susanne Johna sagte: "Gerne hätte ich mich dafür eingesetzt, auch in Hessen das zu erreichen, was in anderen Ärztekammern schon deutlich besser gelungen ist, nämlich Brücken zwischen der niedergelassenen und angestellten Ärzteschaft zu bauen, um eine bessere Zusammenarbeit zu ermöglichen."

Mehr als 60 Prozent der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte seien angestellt tätig. Das Wahlziel des Marburger Bundes sei es gewesen, die Repräsentanz dieser Gruppe in der Delegiertenversammlung zu verbessern.

Künftig elf Beisitzer

Die Delegierten haben zudem beschlossen, den Vorstand der Kammer für die neue Legislaturperiode bis 2023 künftig mit elf Beisitzern statt wie bisher mit neun zu besetzen, um allen elf in der Versammlung vertreten Listen einen Platz im Präsidium einzuräumen.

Da hierfür jedoch eine Änderung der Hauptsatzung notwendig ist – die "schnellstmöglich" erfolgen soll –, wählten die Delegierten zunächst neun Beisitzer.

Neu in das Gremium gewählt wurden Svenja Krück (Liste Junge Ärztinnen und Ärzte), Christine Hidas (Fachärztinnen und Fachärzte Hessen) und Dr. Barbara Jäger (Liste demokratischer Ärztinnen und Ärzte). (eb/fuh/bar)

Wir haben den Beitrag aktualisiert am 27.8.2018 um 15:44 Uhr.

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