Ärzte Zeitung online, 10.03.2017

Vernetzung

Gröhe setzt auf den Innovationsfonds

Ohne Vernetzung wird die künftige Gesundheitsversorgung nicht funktionieren. Das sagte Bundesgesundheitsminister Gröhe auf der 2. IGiB-Konferenz in Berlin nicht nur mit Blick auf die Sektoren.

Von Julia Frisch

BERLIN. Einen Schub für die Zusammenarbeit von Akteuren aus den unterschiedlichsten Gesundheitsbereichen erhofft sich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) vom Innovationsfonds. 550 Ideen und Anträge seien beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) in der ersten Bewerbungsrunde eingegangen, einem Fördervolumen von 1,7 Milliarden Euro habe dies entsprochen. "Hier haben sich viele Akteure zusammengeschlossen, die hoffentlich weiter zusammenarbeiten werden, auch wenn sie beim Fonds nicht zum Zuge gekommen sind", sagte Gröhe.

Gerade um die solidarische Gesundheitsversorgung auf dem Land zu sichern, seien Kreativität und Pionierarbeit notwendig. Die Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg (IGiB), ein Zusammenschluss von KV Brandenburg, AOK Nordost und Barmer in Brandenburg zur Lösung medizinischer Versorungsprobleme jenseits der Metropolen, leiste dies.

Mehr Vernetzung bedeutet für Gröhe aber auch die sinnvolle Nutzung von Patientendaten oder eine bessere Einbindung von Patienten in die Therapie durch verständlichere Kommunikation. Ohne mehr Digitalisierung werde es in Zukunft nicht gehen, mahnte der Minister.

In der anschließenden Diskussionsrunde mahnte Bundestagsabgeordneter Rudolf Henke (CDU), dass die unterschiedlichen Vorgaben für den ambulanten und stationären Bereich etwa im Hinblick auf Qualitätsvorgaben oder Vergütung angeglichen werden müssten. Bedauert wurde von Christine Aschenbrenner-Dugnus (FDP) und Harald Terpe (Bündnis 90/Die Grünen), dass der Medikationsplan zur Zeit nur auf Papier geführt wird. Die vereinbarte EBM-Vergütung für den Plan sei zudem für die Ärzte "kein Riesenanreiz", so Aschenberg-Dugnus.

Weiteren Widerstand der Ärzte gegen die elektronische Gesundheitskarte hielt die FDP-Bundestagsabgeordnete für sinnlos. "Die Patienten wollen die Karte, auch wenn sich die Ärzte dagegen wehren."

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Stromstimulation hilft Gedächtnis auf die Sprünge

US-Forscher haben mit einer speziellen Wechselstromstimulation das Arbeitsgedächtnis von über 60-Jährigen auf das Niveau von 20-Jährigen gehoben – zumindest für kurze Zeit. mehr »

Aufklärung alleine verpufft

Nicht nur zu Ostern locken Schokolade und Co.: Laut DONALD-Studie liegt der Zuckerverzehr gerade bei Kindern und Jugendlichen noch immer über der WHO-Empfehlung. Forscher sehen hier die Politik in der Pflicht. mehr »

Länger geguckt, eher gekauft

Menschen treffen irrationale Kaufentscheidungen, so eine Studie: Allein eine lange Betrachtungsdauer lässt Personen eher zugreifen – selbst, wenn das Produkt schlecht ist. mehr »