Ärzte Zeitung, 09.07.2008

Österreich beschließt Gesetz gegen Doping

Strafe bis fünf Jahre Haft

WIEN (dpa). Drei Tage vor der geplanten Auflösung des Parlaments hat der österreichische Nationalrat am Dienstagabend ein neues Anti-Doping-Gesetz beschlossen.

Es bezieht unter anderem Blut- und Gendoping ein, lässt den dopenden Sportler aber weiterhin im juristischen Sinne straffrei, berichtet die Nachrichtenagentur APA.

Strafrechtlich verfolgt wird lediglich, wer Doping bei einer anderen Person anwendet oder auf der Verbotsliste stehende Substanzen in Verkehr bringt. Um der besonderen Gefährlichkeit von Anabolika, Hormonen und Stimulanzien Rechnung zu tragen, soll schon das bloße "Vorrätighalten" strafbar sein.

Das Gesetz schafft eine Rechtsgrundlage dafür, dass die Unabhängige Doping-Kontrolleinrichtung künftig die Namen der wegen eines Dopingvergehens gesperrten Sportler veröffentlichen kann.

Für besonders schwere Fälle im Zusammenhang mit Doping beträgt die Maximalstrafe fünf Jahre Haft. Der Strafrahmen kann somit voll ausgenutzt werden, wenn Dopingsubstanzen etwa an Minderjährige abgegeben werden, bei gewerbsmäßigem Handel mit Dopingmitteln sowie der Weitergabe von besonders gefährlichen Substanzen.

Österreichische Sportler waren in der Vergangenheit wiederholt in Dopingfälle verwickelt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Weg frei für GroKo-Gespräche – Schulz verspricht Nachverhandlungen

Es war eine Zitterpartie: Weniger als 60 Prozent der SPD-Delegierten auf dem Parteitag stimmten Gesprächen zur Bildung einer große Koalition zu. Nun soll weiterverhandelt werden – auch in Sachen Gesundheit. mehr »

Neuropathie-Test 2.0 – Handy-Vibration ersetzt Stimmgabel

Es genügt ein Handy mit Vibrationsfunktion: An den Fuß eines Diabetespatienten gehalten, zeigt es Forschern zuverlässig an, ob dieser an einer peripheren Neuropathie leidet. mehr »

Pflegerat fordert 50.000 Stellen für die Krankenhäuser

Was hat die Pflegepolitik bewirkt? Die Meinungen sind gespalten: Gesundheitsminister Gröhe lobt die Erfolge der Koalition in der Pflegepolitik. Der Pflegerat hält dagegen. mehr »