Ärzte Zeitung online, 17.11.2008

Schwedens Transvestiten und Fetischisten gelten nicht mehr als krank

STOCKHOLM (dpa). Transvestiten, Fetischisten und Sadomasochisten in Schweden müssen sich wegen ihrer sexuellen Neigungen nicht mehr als Kranke abstempeln lassen. Wie die Zeitung "Dagens Nyheter" in Stockholm am Montag berichtete, streicht die Sozialbehörde zum Jahreswechsel alle drei Begriffe als mögliche Krankheitsdiagnose. 1979 hatte sie denselben Schritt für Homosexualität vollzogen.

Behördenchef Lars-Erik Holm sagte: "Diese Art von Krankheitsdiagnosen stammen aus einer Zeit, in der alles andere als die Missionarsstellung als sexuelle Perversion eingestuft wurde." Er hoffe, dass die betroffenen Menschen nun nicht mehr das Gefühl haben müssen, dass die Gesellschaft sie als krank betrachte. Der schwedische Transvestit Sara Lund, mit männlichem Geburtsnamen Claes Schmidt und von Freunden Sara-Claes genannt, sagte zu der Veränderung: "Das sind gute Nachrichten. Dafür haben wir lange gekämpft."

Unverändert als mögliche Krankheitsform können schwedische Ärzte Transsexualität, Exhibitionismus, Voyeurismus und Pädophilie diagnostizieren.

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