Ärzte Zeitung online, 27.11.2008
 

Cholera in Simbabwe greift um sich - China kündigt Hilfe an

JOHANNESBURG (dpa). Angesichts der steigenden Zahl der Cholera- Toten in Simbabwe hat China Medikamentenhilfe in Aussicht gestellt. Nach Angaben der staatlich kontrollierten Zeitung "The Herald" (Donnerstagausgabe) habe die chinesische Regierung Arzneimittel im Wert von einer halben Million Dollar (3,9 Million Euro) versprochen.

Sie würden in dem afrikanischen Krisenstaat eintreffen, sobald alle erforderlichen Genehmigungen von der amtierenden Regierung vorlägen.

Die Zahl der an der Infektionskrankheit erkrankten Simbabwer wird mit knapp 9000, die der daran gestorbenen mit 366 Menschen angegeben. Die amtierende Regierung hatte Forderungen zurückgewiesen, wegen der Epidemie einen Notstand auszurufen. Obwohl mehrere staatliche Krankenhäuser wegen des chronischen Mangels in dem Krisenstaat geschlossen sind, nannte sie die Lage "unter Kontrolle". Auch in den Nachbarländern Südafrika und Botsuana wurden bereits die ersten Cholerafälle gemeldet.

Die Simbabwe-Repräsentantin der Weltgesundheitsorganisation WHO, Custodia Mandlhate, betonte, das Land habe vor dem Ausbruch der Cholera im August als strategischen Vorrat Cholera-Behandlungskits im Wert von 900 000 Dollar erhalten. Die seien nun fast aufgebraucht, so dass für 400 000 Dollar Nachschub geordert würde. Angesichts des Zusammenbruchs des öffentlichen Dienstes und der dadurch bedingten schlechten hygienischen Verhältnisse sei eine Eingrenzung der Cholera sehr schwierig.

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