Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung online, 03.03.2009

Obama nominiert US-Gesundheitsministerin

WASHINGTON (dpa). US-Präsident Barack Obama hat die Gouverneurin von Kansas, Kathleen Sebelius, als Gesundheitsministerin nominiert (wie vorab berichtet). Die Reform des Gesundheitswesens sei nicht nur "ein moralisches Gebot, sondern auch eine haushaltspolitische Notwendigkeit", betonte Obama am Montag in Washington.

Sebelius sei sehr kompetent und pragmatisch, sie werde eine entscheidende Rolle bei der Lösung der Probleme im Gesundheitswesen spielen. Obama verwies darauf, dass kein Posten im Staatshaushalt in den vergangenen Jahren stärker gewachsen sei als der der staatlichen Gelder für die Krankenversorgung.

Die Reformen auf diesem Feld seien auch ein wesentlicher Beitrag für eine Genesung der US-Wirtschaft, sagte Sebelius. Obama ernannte am Montag auch die frühere Mitarbeiterin von Ex-Präsident Bill Clinton, Nancy DeParle, zur Spitzenberaterin des Weißen Hauses für die Reform des Gesundheitssystems. Sie werde Sebelius bei den Reformanstrengungen zur Seite stehen, sagte Obama.

Die 60 Jahre alte Demokratin ist Obamas zweite Wahl, nachdem der ursprünglich vorgesehene Ex-Senator Tom Daschle wegen Steuerproblemen den Rückzug angetreten hatte (wir berichteten). Sebelius gilt als moderate Demokratin und hatte sich im Wahlkampf früh auf Obamas Seite geschlagen. Danach war sie neben anderen auf für den Posten des Vize-Präsidenten im Gespräch. Die Berufung von Sebelius, die vor ihrer Gouverneurszeit in ihrem Staat für die Kontrolle von Versicherungsunternehmen zuständig war, muss vom Senat bestätigt werden. Das gilt jedoch als sicher.

Die Nominierung kommt kurz vor einem "Gipfeltreffen" zum Thema Gesundheitswesen im Weißen Haus, zu dem Obama für diese Woche eingeladen hat. Der Präsident strebt eine umfassende Reform an, hauptsächlich um die explodierenden Kosten zu senken und eine lückenlosere Krankenversicherung für die Amerikaner zu erreichen. Ungefähr 48 Millionen US-Bürger sind derzeit nicht versichert. Obamas kürzlich vorgestellter Haushaltsplan enthält vor diesem Hintergrund einen Posten von 634 Milliarden Dollar (gut 500 Milliarden Euro) zur Einrichtung eines Fonds, aus dem in den nächsten zehn Jahren eine Ausweitung der Versicherung bestritten werden soll.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Zwei Gläser Wein? Das lass lieber sein!

Wer täglich mehr als zwei Gläser Wein leert, hat ein erhöhtes Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Ob ein Komplettverzicht ratsam ist, bereitet Forschern noch Kopfzerbrechen. mehr »

Warum der Brexit körperlich krank macht

Übelkeit und Kurzatmig: Blogger Arndt Striegler hat mit seiner Hausärztin über seinen Gesundheitszustand und den Austritt aus der EU geredet – und einen Zusammenhang am eigenen Leib festgestellt. mehr »

Nach der Wahl muss Vernetzung auf die Agenda!

Gesundheitsminister Gröhe gibt einen Ausblick auf die nächste Legislaturperiode: Die stärkere Vernetzung der Akteure müsse dann höchste Priorität haben. Der Innovationsfonds soll zur Dauereinrichtung werden. mehr »