Ärzte Zeitung online, 01.07.2009

Raucher-Nation Griechenland verbietet Qualmen

ATHEN (dpa). Griechenland kämpft gegen seinen Ruf als Europas Raucher-Nation Nummer eins: Vom 1. Juli an gilt an öffentlichen Plätzen ein striktes Rauchverbot. In Krankenhäusern, Flughäfen, Schulen und öffentlichen Verkehrsmitteln sind Zigaretten fortan tabu. Auch die meisten Kneipen, Cafés und Restaurants müssen rauchfreie Zonen haben. Wer trotzdem qualmt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 500 Euro rechnen.

Zwei Vorgängergesetze waren allerdings wirkungslos verpufft - niemand scherte sich darum. In Griechenland rauchen knapp 45 Prozent aller Erwachsenen, so viele wie in keinem anderen EU-Land.

Rauchen im Büro oder Café gilt in Griechenland als traditioneller Zeitvertreib. Die Behörden geben sich dennoch zuversichtlich: "Wir sind fest entschlossen, das neue Gesetz diesmal durchzusetzen und die Auffassung der Menschen zu revolutionieren", sagte der griechische Gesundheitsminister Dimitris Avramopoulos. Einrichtungen, die gegen die Auflagen verstoßen, sollen bis zu 20 000 Euro Strafe zahlen. Außerdem droht der Lizenzentzug.

Nach einer Gesetzesänderung in letzter Minute dürfen Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern aber Raucherzonen einrichten. Cafés und Kneipen mit weniger als 70 Quadratmetern Fläche können sich aussuchen, ob sie rauchfrei sein wollen oder nicht. In der übrigen Gastronomie ist Rauchen nur noch in abgetrennten Bereichen erlaubt. Das neue Gesetz verbietet auch Plakat- und Kinowerbung für Zigaretten.

Nach EU-Daten sterben in der Elf-Millionen-Einwohner-Nation Griechenland jedes Jahr 20 000 Menschen an den Folgen von Tabakkonsum.

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