Ärzte Zeitung, 29.07.2009

IvF immer öfter im Ausland

Deutsche Frauen beklagen restriktive Gesetzeslage

BRÜSSEL(spe). Viele deutsche Frauen lassen sich im europäischen Ausland gegen Fruchtbarkeitsstörungen behandeln. Nur Italienerinnen machen von grenzüberschreitenden Angeboten noch häufiger Gebrauch.

Dies ergab eine bislang unveröffentlichte Studie der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Embryologie (ESHRE).

Zu den von deutschen Patientinnen bevorzugten Ländern gehören die Tschechische Republik, Dänemark und Spanien. Insgesamt, so die Autoren der Studie finden jährlich etwa 20  000 bis 25  000 Eingriffe im Ausland statt. Die Vereinigung hatte einen Monat lang 1230 Patientinnen an Kliniken in Belgien, der Tschechischen Republik, Dänemark, Slowenien, Spanien und der Schweiz befragt. Die Autoren wollten unter anderem wissen, welche Gründe für die grenzüberschreitenden Eingriffe eine Rolle spielten und welcher Behandlung sich die Patientinnen unterzogen.

Heraus kam, dass vor allem Italienerinnen, Deutsche, Holländerinnen und Französinnen versuchten, durch Eingriffe in ausländischen Einrichtungen schwanger zu werden. Ferner ergab die Studie, dass etwa 80 Prozent der deutschen Frauen ins Ausland gingen, um die gesetzlichen Einschränkungen zur Fruchtbarkeitsbehandlung in Deutschland zu umgehen. Über 63 Prozent versprachen sich zudem eine bessere Qualität der Behandlung als in Deutschland. Mehr als die Hälfte der deutschen Patientinnen war bei der Behandlung über 40 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der befragten Frauen betrug 37,5 Jahre.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hepatitisviren lauern auf Fingernägeln und Nagelscheren

HBV-Infizierte sollten ihre Nagelscheren nicht mit anderen teilen – offenbar besteht ein Infektionsrisiko. Auch bei Zahnbürsten und Rasierapparaten gilt Vorsicht. mehr »

Infarktgefahr durch schnellen Anstieg von Stickoxiden

Hohe Stickoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft können unter anderem das Herzinfarktrisiko erhöhen. Aber auch ein schneller NO-Anstieg scheint gefährlich zu sein. mehr »

Viele Typ-1-Diabetiker erkranken erst im Alter über 30

Typ-1-Diabetes manifestiert sich offenbar öfter im mittleren Alter als bisher gedacht. Dafür spricht eine Analyse von Risikogenen bei britischen Patienten. mehr »