Ärzte Zeitung online, 02.09.2009

UNODC: Opiumproduktion in Afghanistan gesunken

WIEN/KABUL (dpa). Der Kampf gegen den Drogenhandel in Afghanistan zeigt Wirkung: Die Opiumproduktion in dem Krisenland ist nach Angaben der Vereinten Nationen weiter deutlich zurückgegangen. Dennoch reiche allein die in Afghanistan jährlich hergestellte Menge Opium von knapp 7000 Tonnen aus, um den Bedarf weltweit - rund 5000 Tonnen - bei weitem zu decken.

Das geht aus einem Bericht der UN-Agentur für Drogen und Kriminalität (UNODC) hervor, der am Mittwoch in Kabul veröffentlicht wurde. Fast 90 Prozent des Opiums weltweit komme aus Afghanistan.

Die Menge des angebauten Schlafmohns sei im Vergleich zum Report vom Vorjahr um 22 Prozent eingedämmt worden, hieß es in dem Bericht. Die Opiumproduktion sei jedoch nur um 10 Prozent gesunken, da die Bauern die Effizienz steigerten und mehr Rohstoff pro Blüte gewinnen. Knapp zwei Drittel der Provinzen seien inzwischen "mohnfrei", was unter anderem auf robustere Anti-Drogen-Einsätze und stärkere Anreize zum Anbau von legalen Nutzpflanzen wie Getreide zurückzuführen sei.

Der Wert des in Afghanistan produzierten Opiums summiert sich den Angaben zufolge auf rund 438 Millionen US-Dollar, das seien etwa vier Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Im Vorjahr waren es rund sieben Prozent.

"In einer Zeit des Pessimismus wegen der Lage in Afghanistan" seien die Ergebnisse "willkommene gute Nachrichten", sagte UNODC-Exekutivdirektor Antonio Maria Costa laut einer Mitteilung. Doch forderte er auch mehr Hilfe für Bauern, die sich vom Geschäft mit Drogen abwenden. Die ländliche Entwicklung in Afghanistan müsse ebenso vorangetrieben werden wie die derzeitige Militäroffensive.

Das Geld aus dem Opiumanbau und -handel finanziere Terroristen in Afghanistan und weltweit, warnte Costa. "Zweckgemeinschaften von Aufständischen und kriminellen Gruppen lassen in Afghanistan Drogen-Kartelle mit Beziehungen zu den Taliban entstehen."

Da den Erhebungen zufolge deutlich mehr Opium hergestellt werde, als in der Welt verbraucht wird, und die Preise zugleich relativ stabil blieben, geht UNODC davon aus, dass eine große Menge der Droge vom Markt zurückgehalten und gehortet wird. Costa rief dazu auf, der "Zeitbombe von Opium-Vorräten" stärker nachzugehen.

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