Ärzte Zeitung, 07.09.2009

Kommentar

Strippenzieher hier, Strippenzieher dort

Von Christoph Fuhr

Der Mann hat gesundheitspolitisch nichts im Sinn, was unredlich wäre. US-Präsident Barack Obama will eigentlich nur erreichen, dass mehr als 46 Millionen seiner Landsleute endlich das bekommen, was für die allermeisten Deutschen selbstverständlich ist: eine Krankenversicherung. Doch was der wackere Demokrat dabei an Prügel einstecken muss, ist aus europäischer Sicht kaum nachzuvollziehen.

Die absurde, zum Teil perfide Auseinandersetzung um die Gesundheitsreform in den Vereinigten Staaten scheint Lichtjahre entfernt von der politischen Realität Deutschlands. Zumindest auf den ersten Blick.

Bei genauerer Betrachtung gibt es allerdings einen bemerkenswerten Anknüpfungspunkt. Viele Kritiker werfen den politischen Befürwortern der US-Reform doch nur deshalb Knüppel vor die Füße, weil sie um ihre eigenen Pfründe fürchten. Verantwortung für das Gesamtsystem? Pustekuchen! Was allein zählt, ist der eigene strategische Vorteil. Seien wir ehrlich: Diese Sorte Strippenzieher gibt es auch im deutschen Gesundheitssystem - und das im Überfluss.

Lesen Sie dazu auch:
Obama kämpft weiter um Gesundheitsreform

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Sauerbruch – ein Arzt mit vielen Facetten

Er war bereits zu Lebzeiten ein berühmter Arzt. Das Medizinhistorische Museum der Charité versucht, die vielen Facetten im Leben und Wirken von Ferdinand Sauerbruch zu fassen. mehr »

Gut eine halbe Milliarde Euro mehr Honorar

Ärzte und Krankenkassen haben ihre Honorarverhandlungen für 2020 abgeschlossen. Künftig werden Videosprechstunden besser vergütet. mehr »

Zeitdruck und Kollegen stressen im Büro

Im Vergleich zu den USA oder Japan sind die Arbeitszeiten in Deutschland eher kurz. Doch das heißt nicht, dass es am Arbeitsplatz entspannt zugeht. mehr »