Ärzte Zeitung online, 09.09.2009

UN-Gremium: Verkehrslärmtests sollen erweitert werden

GENF (dpa). Der von Autos verursachte Verkehrslärm soll in Zukunft anders getestet und begrenzt werden. Darauf hat sich eine Arbeitsgruppe der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN-ECE) geeinigt, wie am Dienstag nach einer Sitzung in Genf mitgeteilt wurde.

Das UN-Gremium macht Vorschläge, die dann von den 53 Mitgliedsländern, darunter die EU-Staaten, umgesetzt werden. Dabei sollen künftig nicht nur der Motorenlärm sondern auch Abrollgeräusche im Zusammenhang mit unterschiedlichen Straßenbelegen zur Festlegung von Lärmstandards herangezogen werden.

Die Kommission betonte am Dienstag, dass sie noch keine endgültige Entscheidung getroffen habe. Im kommenden Jahr werde weiter beraten und wohl erst im Herbst eine Entscheidung gefällt, so UNECE-Verkehrsexperte Romain Hubert zur dpa. Auch das Bundesverkehrsministerium ist an der Entscheidungsfindung beteiligt.

Kritik am neuen Messverfahren hatten im Vorfeld bereits der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Europäische Verband für Verkehr und Umwelt "Transport & Environment" (T&E) geübt. Dadurch könnten europaweit Autos sogar lauter werden als bisher. An der Festlegung der Normen seien auch Sportwagenhersteller beteiligt, deren Produkte schon einen höheren Lärmpegel hätten, hieß es. Dazu sagte Hubert, das Gremium sei sich weitgehend einig gewesen, dass es sich bei der Kritik um Einzelmeinungen handele. "Es ist nicht hinnehmbar, dass öffentlich fälschlicherweise dargestellt wird, der Arbeitskreis stehe unter dem Diktat der Industrie", sagte Hubert.

Die Kritiker verlangen eine Europa-spezifische und keine von der UN vorgeschriebene weltweite Regelung. Aktuell gilt für Pkw ein europaweiter Grenzwert von 74 Dezibel (dBA). Sonderregelungen für Sportwagen erlauben auch Werte von bis zu 75 dBA.

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