Ärzte Zeitung online, 11.09.2009

Schweinegrippe: Industriestaaten noch uneins über H1N1-Impfung

BRÜSSEL (dpa). Bei den Maßnahmen gegen die Schweinegrippe sind sich die führenden Industriestaaten zum Teil noch uneins. Unter anderem gebe es noch Unterschiede in der Bewertung der Risikogruppen und der Dosierung eines Impfstoffs gegen das neue H1N1-Virus, teilte EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou am Freitag in Brüssel mit.

Dort hatten die G7-Staaten mit Mexiko auf Einladung der Kommission über Impf-Strategien gegen die Schweinegrippe beraten. In den USA zählen zum Beispiel Kinder zur Risikogruppe, in der EU nicht. Ein einheitliches Vorgehen könne auch in Zukunft nicht garantiert werden, sagte Vassiliou.

   Daneben betonte die Kommissarin jedoch, dass es in Kürze einen Impfstoff gegen H1N1 geben wird. Auf ein Datum wollte sich Vassiliou aber ebenso wenig festlegen wie die Vertreter der Staaten. Es wurde einhellig betont, dass ein Impfstoff erst nach ausführlicher Prüfung und Genehmigung auf den Markt kommen könne. Eine Vertreterin der US-Gesundheitsbehörde sagte, dass laut neuen Studien schon eine Dosis des Impfstoffs für gesunde Erwachsene ausreichen würde.

Vassiliou sagte, das Virus sei zuletzt stabil geblieben. Allerdings habe sich gezeigt, dass es sich bei H1N1 um ein sehr dominantes Virus handle. Es sei möglich, dass die Schweinegrippe zu einem jährlich wiederkehrenden Virus werden könne.

Die Expertengruppe betonte wie schon beim vorangegangenen Treffen im Dezember 2008, dass Grenzschließungen die Ausbreitung des Virus nicht verhindern können, sondern erhebliche wirtschaftliche Nachteile mit sich bringen würden. Daneben einigten sich G7-Staaten darauf, Entwicklungsländer im Kampf gegen das Virus weiter zu unterstützen.

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