Ärzte Zeitung online, 13.10.2009

Internationale Weltgesundheitstagung in Berlin

BERLIN (dpa). Mehrere hundert Experten kommen ab Mittwoch zu einer Weltgesundheitstagung in Berlin zusammen, um eine bessere Gesundheitsversorgung zu diskutieren. Zu dem ersten World Health Summit haben Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Industrie zugesagt. Themen sind bis zum Sonntag unter anderem die Bekämpfung von Pandemien, Präventionsmaßnahmen sowie die Finanzierung der Gesundheitssysteme.

Als Redner werden unter anderen der Nobelpreisträger Harald zur Hausen, die Direktorin der Weltgesundheitsorganisation WHO für Gesundheit und Umwelt, Maria Neira, sowie die frühere UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Mary Robinson, erwartet. Schirmherren des Gipfels sind Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Nicolas Sarkozy.

Die Teilnehmer wollen sich auch darüber austauschen, wie medizinische Entdeckungen möglichst schnell großen Bevölkerungsteilen zugutekommen - und wer die Medikamente künftig noch bezahlen kann. Außerdem soll es um die Herausforderung moderner Gesundheitssysteme gehen. Dabei sollen beispielsweise Fragen geklärt werden, wie mit der Alterung der Bevölkerung sowie möglichen Folgen des Klimawandels umgegangen werden kann.

Der World Health Summit 2009 wird unter anderem vom Berliner Universitätsklinikum Charité organisiert. Er soll der erste von jährlich stattfindenden Gipfeln sein. Für die offizielle Eröffnungsfeier am Donnerstagabend stehen Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auf dem Programm.

Eine Protestbewegung gegen den World Health Summit kritisierte, die Tagung löse die weltweiten Gesundheitsprobleme nicht, sondern verschärfe sie. Das öffentliche Gut Gesundheit drohe "zu einer Ware zu werden, die nur noch von technischen und betriebswirtschaftlichen Kriterien bestimmt wird", schreibt das Bündnis von gesundheits- und entwicklungspolitischen Initiativen. Darunter sind das Aktionsbündnis gegen Aids, die Organisationen Attac und Oxfam, die BUKO Pharma-Kampagne, der Evangelische Entwicklungsdienst sowie Gewerkschaftsvertreter. Sie laden zu einer Protestaktion und einer Alternativkonferenz am Freitag ein.

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