Ärzte Zeitung online, 19.11.2009

Paris: Opposition für aktive Sterbehilfe

PARIS (dpa). Die französischen Sozialisten wollen aktive Sterbehilfe künftig gesetzlich zulassen. Auf die Bitte eines unheilbar Kranken im Endstadium sollen jeweils vier Ärzte prüfen, ob es sich um eine freie und überlegte Entscheidung handle. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll von diesem Donnerstag an in der französischen Nationalversammlung diskutiert werden.

"Sterbehilfe wird längst praktiziert, ohne dass sie gesetzlich anerkannt ist", betont der Mitverfasser des Gesetzentwurfs, Manuel Valls. Die Heuchelei müsse ein Ende haben. Die Justiz könne nicht jeden Fall einzeln entscheiden.

Der Gesetzentwurf hat aufgrund der Mehrheitsverhältnisse allerdings wenig Chancen, verabschiedet zu werden. Die Sozialisten wollen aber auf diese Weise die Debatte über Sterbehilfe erneut anregen.

In Frankreich ist aktive Sterbehilfe verboten. Seit 2005 ist es aber erlaubt, Patienten im Endstadium Schmerzmittel zu verabreichen, auch wenn diese das Sterben beschleunigen können. Im vergangenen Jahr hatte der Fall einer Frau Aufsehen erregt, die wegen eines entstellenden unheilbaren Krebstumors im Gesicht vergeblich um Sterbehilfe gebeten hatte. Sie war schließlich nach der Einnahme einer Überdosis Schlafmittel gestorben.

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