Ärzte Zeitung online, 30.11.2009

Mehr Amerikaner brauchen Lebensmittelkarten

WASHINGTON (dpa). Immer mehr Amerikaner können sich nur mit Hilfe staatlicher Lebensmittelkarten ernähren. Wegen der schweren Wirtschaftskrise ist nach einem Bericht der "New York Times" jeder achte Amerikaner - und jedes vierte Kind - auf diese Hilfe angewiesen.

Derzeit hängen 36 Millionen Amerikaner von Lebensmittelkarten ab, ein Drittel mehr als vor Ausbruch der Krise vor zwei Jahren. "Rekordhöhe, und jeden Monat ein weiterer Anstieg", schreibt das Blatt am Sonntag auf der Titelseite.

Mit den Lebensmittelkarten können arme Menschen Nahrungsmittel wie Brot, Milch und Käse praktisch wie mit einer Kreditkarte bezahlen. Im Durchschnitt erhalte jedes Familienmitglied auf diese Weise rund 130 Dollar. 28 Prozent aller Schwarzen und acht Prozent der weißen Amerikaner kommen in den Genuss, heißt es.

Bereits kürzlich stellte das US-Landwirtschaftsministerium einen Anstieg von Hunger und Unterernährung fest. Demnach hatten während der schweren Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr rund 50 Millionen Amerikaner nicht immer genügend zu essen. 14,6 Prozent der Haushalte hatten demnach zumindest zeitweise nicht genügend Geld, um alle Familienmitglieder angemessen zu ernähren. Noch 2007 seien dies lediglich elf Prozent der Haushalte gewesen.

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