Ärzte Zeitung online, 18.12.2009

"Pille danach" jetzt rezeptfrei in Österreich

WIEN (dpa). Die sogenannte "Pille danach" ist in Österreichs Apotheken ab sofort rezeptfrei zu haben. Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen habe einen entsprechenden Bescheid ausgestellt, zitierte die Nachrichtenagentur APA am Freitag eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums.

Freigegeben wurde das Präparat Vikela® mit dem Wirkstoff Levonorgestrel, hieß es. "Frauen aller Altersgruppen" könnten das Präparat zur Notfallverhütung nun ohne Rezept kaufen. Der Beschluss sei einstimmig nach Prüfung der vorliegenden Gutachten ergangen.

Zugleich sollen die Apotheker ein Informations-Schreiben des Ministeriums erhalten. Darin werden sie aufgefordert, den Patientinnen zu erklären, dass es sich bei dem Medikament nicht um eine reguläre Verhütungsmethode handelt, sondern um ein Kontrazeptivum für den Notfall. Außerdem sollen sie den Kundinnen eine Kontrolle beim Frauenarzt "nachdrücklich" empfehlen.

In Österreich gab es bereits seit mehreren Jahren Liberalisierungsbestrebungen für die "Pille danach". Gesundheitsminister Alois Stöger hatte sich schon seit längerem für die Freigabe stark gemacht. "Ich will gewährleisten, dass Frauen in Notsituationen das Medikament ohne zeitliche Verzögerung erhalten", erklärte er.

In Deutschland ist das Präparat verschreibungspflichtig. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte kürzlich die rezeptfreie Abgabe gefordert.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Ausreichend Folsäure schützt Hypertoniker vor Schlaganfall

Bestimmte Hypertoniker sollten auf eine gute Folsäureversorgung achten. Dadurch können sie ihr Schlaganfallrisiko deutlich senken. mehr »

Feinsinnige Geister und Antisemiten

Ein neues Buch beleuchtet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin während des Nationalsozialismus. Am Fallbeispiel Emil von Bergmann erkennen Leser, wie zwiegespalten die DGIM-Mitglieder waren. mehr »

Saunieren schützt vor Schlaganfall

Möglicherweise beugt häufiges Saunieren Hirninfarkten vor. In einer finnischen Studie war die Schlaganfallrate bei Saunafans um 60 Prozent reduziert - dafür mussten Saunagänger aber einen Faktor beherzigen. mehr »