Ärzte Zeitung online, 23.12.2009
 

Philippinen: Angst vor Krankheiten bei Vulkan-Flüchtlingen

MANILA (dpa). In den wegen des drohenden Ausbruchs des Vulkans Mayon auf den Philippinen eingerichteten Notunterkünften steigt nach Angaben des Zivilschutzes das Gesundheitsrisiko für die knapp 50 000 Menschen. Sechs Tage nach Beginn der Evakuierung der gefährdeten Ortschaften am Fuße des Mayon drohe in den Lagern wegen des kalten Wetters der Ausbruch von Erkältungskrankheiten, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Sie warnte, dass die Rettung der Menschen vor den Gefahren des Vulkans durch "ein erhöhtes Gesundheitsrisiko aufs Spiel gesetzt" werden könnte. Nach Ansicht von Experten ist ein Ausbruch des Mayon jederzeit möglich.

Philippinen: Angst vor Krankheiten bei Vulkan-Flüchtlingen

Der Vulkan Mount Mayon auf den Philippinen droht auszubrechen.

Foto: © ewanc / fotolia.com

Bis Mittwoch hatten 47 137 Menschen in den Notunterkünften in der Provinz Albay im Osten der Philippinen Unterschlupf gefunden. Sie werden das Weihnachtsfest in den Lagern verbringen müssen, da eine Rückkehr in ihre Heimatorte nach Ansicht von Vulkanologen derzeit zu gefährlich ist.

Allein seit Dienstag habe man mehr als 1000 vulkanische Beben registriert. 66-mal habe der Mayon explosionsartig Aschewolken ausgestoßen, die bis in eine Höhe von 1000 Metern über dem knapp 2500 Meter hohen Gipfel aufgestiegen seien, teilte das Institut für Seismologie und Vulkanologie mit. Seit Tagen fließt Lava vom Krater herab.

Der 360 Kilometer südlich von der Hauptstadt Manila gelegene Vulkan ist seit 1616 etwa 50 Mal ausgebrochen. Die letzte Eruption gab es im Juli 2006, die verheerendste 1814, als 1200 Menschen starben und eine ganze Stadt unter der Lava des Mayon begraben wurde.

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