Kongress, 05.05.2010

Gesundheit in der EU - weiter extreme Unterschiede

Gesundheit in der EU - weiter extreme Unterschiede

Trotz der aktuellen Probleme in Griechenland: Europa wächst enger zusammen. Die Ungleichheiten aber bleiben.

Der Wohlstand steigt, die Qualität der Gesundheitsversorgung in den EU-Ländern verbessert sich. Und dennoch gibt es zwischen den Ländern der Gemeinschaft noch immer gesundheitliche Ungleichheiten, die teilweise sogar zunehmen. Die Gründe dafür sind komplex. Sie werden bestimmt von Faktoren wie Einkommen, Bildung, Lebens- und Arbeitsbedingungen, gesundheitlichem Verhalten und Zugang zur Gesundheitsversorgung. Die aktuelle Finanzkrise könnte diese gesundheitliche Ungleichheit weiter verschärfen, so Walter Baer von der Generaldirektion bein Gesundheitskommissar der Europäischen Union.

Daten von Eurostat zeigen, dass der Unterschied zwischen den EU-Ländern bei der Lebenserwartung zum Zeitpunkt der Geburt bei etwa acht Jahren für Frauen und mehr als vierzehn Jahren für Männer liegt. Die Kindersterblichkeit bewegt sich zwischen drei Fällen und mehr als zehn Fällen pro 1000 Lebendgeburten.

Enorme gesundheitliche Unterschiede bestehen auch zwischen sozialen Gruppen innerhalb einzelner Mitgliedstaaten sowie innerhalb der EU. Menschen mit niedrigerem Bildungsstand, schlechterer Beschäftigungssituation oder geringerem Einkommen sterben tendenziell früher und haben eine höhere Prävalenz bei den meisten gesundheitlichen Problemen.

Die Europäische Kommission will jetzt mit Maßnahmen reagieren, die die Mitgliedstaaten und andere Akteure bei der Verringerung der Unterschiede im Bereich Gesundheit unterstützen sollen. Dazu gehören etwa eine bessere Überwachung und Datenerhebung und eine bessere Kooperation mit Ländern, Regionen und anderen Akteuren.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Frühstück zu verzichten erhöht Diabetes-Gefahr

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Grünes Licht für die MWBO-Novelle

Weniger Richtzeiten und kompetenzbasiertes Lernen: Der Vorstand der Bundesärztekammer hat die Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung beschlossen. mehr »

Verdacht auf Kindesmisshandlung? Das sollten Ärzte dann tun

Haben Ärzte den Verdacht, dass ein Kind vernachlässigt, misshandelt oder gar missbraucht wird, sollten sie umgehend tätig werden. Wie sie vorgehen sollten, erläutert Oliver Berthold, Leiter der Kinderschutzambulanz in Berlin. mehr »