Ärzte Zeitung online, 17.05.2010

WHO sieht Millenniumsziele gefährdet

GENF (dpa). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mehr Anstrengungen für das Erreichen der Millenniumsziele der Vereinten Nationen angemahnt. Viele könnten beim bisherigen Tempo nicht erreicht werden, hieß es am Montag in Genf bei der Eröffnung der Weltgesundheitsversammlung, dem höchsten Entscheidungsgremium der UN-Organisation.

Trotz deutlicher Fortschritte verliefen vor allem im Gesundheitsbereich die Fortschritte zu langsam, so die WHO. Vertreter der 193 WHO-Mitgliedstaaten, darunter viele Gesundheitsminister, wollen sich bis zum 21. Mai vor allem noch einmal mit den Folgen der Schweinegrippe-Pandemie, der Bekämpfung von Tuberkulose und Aids sowie den gesundheitlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen übermäßigen Alkoholkonsums und gefälschter Arzneien befassen.

Die Vereinten Nationen hatten im Jahr 2000 ihre Millenniumsziele verabschiedet. Danach haben sich die UN-Staaten verpflichtet, bis 2015 acht wichtige Ergebnisse weltweit zu erzielen. Dazu gehören neben der Senkung der Armut auch die Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit und die nachhaltige Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten.

Nach WHO-Einschätzung haben etwa die Todesfälle von unter fünfjährigen Kindern seit Anfang der 90er Jahre um fast ein Drittel abgenommen. Doch dies sei nicht ausreichend, hieß es in einer Studie. Die WHO verlangt, dass den über 100 Millionen Kinder dingend geholfen wird, die an Unterernährung leiden. Allerdings konnte die Situation vieler Kinder verbessert werden: Während 1990 nach Schätzungen 25 Prozent untergewichtig waren, sind es heute noch 16 Prozent.

Um 16 Prozent zurückgegangen sind zwischen 2001 und 2008 auch die HIV-Ansteckungen. Ferner hätten heute weltweit 87 Prozent der Menschen Zugang zu Trinkwasser, womit ein Millenniumsziel erreicht werden könne, schrieb die WHO. Auch die Behandlung von Tuberkulose und Malaria sei inzwischen sehr wirksam, obwohl die Ergebnisse noch der einzelnen Ländern und Regionen noch sehr unterschiedlich seien.

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