Ärzte Zeitung online, 14.06.2010

Ärzte klagen über Zustände in griechischen Krankenhäusern

ATHEN (dpa). Die Zustände in staatlichen griechischen Krankenhäusern werden wegen der Staatsverschuldung nach Angaben von Ärzten immer schlechter. Es fehle an Geld für Spritzen und auch einige Blutuntersuchungen könnten nicht mehr durchgeführt werden.

"Wenn es so weitergeht, wird es Opfer geben", sagte der Präsident des Verbandes der Krankenhausärzte Griechenlands, Dimitris Varnavas, am Montag im griechischen Fernsehen. Er appellierte an den griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou "aktiv zu werden" bevor das Gesundheitssystem noch Schlimmeres erlebe.

Die meisten Lieferanten seien nicht mehr bereit, ärztliches Material quasi "auf Pump" zu liefern. Athen schulde ihnen rund 5,5 Milliarden Euro. Das Gesundheitsministerium habe vorgeschlagen, etwa 30 Prozent dieser Schulden in bar zu bezahlen. Der Rest soll in dreijährigen Anleihen des griechischen Staates gezahlt werden.

Diese Lösung haben die Lieferanten nicht akzeptiert, hieß es in Medienberichten. Viele Patienten waren am Wochenende gezwungen, sich an private Krankenhäuser zu wenden, hieß es weiter.

Griechenland ist mit rund 300 Milliarden Euro verschuldet. Die Regierung hat ein hartes Sparprogramm eingeführt, um das Land vor dem Bankrott zu retten.

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