Ärzte Zeitung online, 14.10.2010

Kanada stuft Bisphenol A als toxisch ein

OTTAWA (eb). Kanada hat die umstrittene Kunststoffchemikalie Bisphenol A (BPA) auf die Liste der toxischen Substanzen gesetzt. Die Regierung in Ottawa hat damit die Möglichkeit, den Einsatz des Stoffs streng zu regulieren, berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters".

Die Entscheidung geht dem Bericht zufolge auf eine Risikobewertung der Regierung zurück. "Jüngste Forschung haben gezeigt, dass Bisphenol A möglicherweise den Menschen und die Umwelt schädigen kann", begründte die kanadische Umweltministerin Leona Aglukkaq die Entscheidung. Kanada schreite nun als erstes Land wagemütig voran.

Rick Smith, Chef der Umweltschutzorganisation "Environmental Defense", lobte den Schritt: "Die Risikobewertung ist wirklich sehr streng." Weitere Schritte würden bald folgen, "das ist ausgemacht", sagte er mit Blick auf den möglichen Erlass von Grenzwerten.

Bisphenol A wird aus Ausgangsstoff für polymere Kunstoffen wie PET verwendet. Der Stoff ist hormonell wirksam und kann vermutlich verschiedene Erkrankungen wie Diabetes und KHK begünstigen.

In der Vergangenheit ist BPA immer wieder in die Schlagzeilen geraten, da er auch in Babyfläschchen und Schnullern verwendet wurde. Nachdem Umwelt- und Verbraucherverbände den Einsatz der Chemikalie wiederholt kritisiert hatten, haben mehrere Hersteller im vergangenen Jahr angekündigt, BPA nicht weiter einzusetzen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Doping nicht nur im Spitzensport

Bei Doping denken viele an gefallene Stars. Aber der Sport ist ein Abbild der Gesellschaft. Auch viele Breitensportler greifen zu unerlaubten Mitteln. mehr »

Warten auf den Arzt

Wie lange die Wartezeit in einer Arztpraxis beträgt, hängt nicht nur mit dem Fachgebiet des Arztes zusammen, sondern auch mit der Versicherung und dem Standort, so eine Patientenbefragung. Wer wartet wo wie lange? mehr »

Vorstufe für Bundespflegekammer

Die Pflegekräfte wollen mehr Einfluss – nun haben sie die Vorstufe für eine Bundespflegekammer gegründet. Sie wollen damit ihre Position gegenüber Ärzten stärken. mehr »