Ärzte Zeitung online, 14.10.2010

Riesiger Krankenkassenbetrug in USA aufgeflogen

WASHINGTON (dpa). Ein gigantischer Versicherungsbetrug gegen Krankenversicherungen ist jetzt in den USA aufgeflogen. Eine Bande soll unter anderem 118 Kliniken nur auf dem Papier erfunden und damit 163 Millionen Dollar (116 Millionen Euro) ergaunert haben.

Riesiger Krankenkassenbetrug in USA aufgeflogen

Gestohlene Versichertendaten, etwas vom staatlichen Versicherer Medicare: damit soll die Bande einen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe verursacht haben.

© David Ewing / imago

Wie das US-Justizministerium am Donnerstag mitteilte, wurde bereits am Mittwoch in den fünf Bundesstaaten Kalifornien, Georgia, New Mexico, New York und Ohio gegen 73 Verdächtige Anklage erhoben. Von ihnen seien 52 von der Bundespolizei FBI verhaftet worden.

Hinter dem Betrug soll das amerikanisch-armenische Mirzoyan-Terdjanian-Syndikat stehen. Die Mafia-Bande ist nach ihren Anführern Davit Mirzoyan und Robert Terdjanian benannt. Die Angeklagten stammen den Angaben zufolge größtenteils aus der ehemaligen Sowjetunion. Ihnen drohen lebenslange Haftstrafen und Geldstrafen von 500 000 Dollar.

Die mutmaßlichen Betrüger sollen die Identität von Ärzten und Tausenden von Versicherten gestohlen haben. Damit sollen sie anschließend Abrechnungen gefälscht und so mehr als 163 Millionen Dollar erbeutet haben. Zur Plausibilität sollen sie mindestens 118 Scheinkliniken erfunden haben, die vorgeblich in 25 Staaten tätig waren.

Allein der öffentlichen Krankenkasse Medicare seien mehr als 100 Millionen Dollar für vorgetäuschte medizinische Behandlungen in Rechnung gestellt worden, hieß es.

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