Ärzte Zeitung online, 19.10.2010

Griechische Wirte ignorieren Rauchverbot

ATHEN (dpa). Ein neues Rauchverbot droht in Griechenland am entschlossenen Widerstand der Café- und Restaurantbesitzer zu scheitern. Ihr Verband teilte am Dienstag mit, das seit 1. September geltende Verbot zu ignorieren. "Es geht um unser finanzielles Überleben", hieß es in einer Erklärung.

In nahezu allen Cafés in Athen wurde am Dienstag gut 50 Tage nach Inkrafttreten des neuen Rauchverbots gequalmt. Überall waren Aschenbecher auf den Tischen zu sehen.

Nach dem neuen Gesetz ist in allen Bars, Tavernen, Restaurants, aber auch an Arbeitsplätzen das Rauchen verboten. Wer sich nicht daran hält, soll zwischen 50 und 500 Euro Strafe zahlen. Den Besitzern der Gaststätten, die das Rauchen erlauben, drohen Strafen zwischen 500 und 10 000 Euro. Seitdem wurden aber nur einige Dutzend Strafen verhängt.

Wie die griechische Presse berichtete, hängt das Scheitern des Rauchverbots auch mit den für den 7. November anstehenden Kommunalwahlen zusammen. Kein Bürgermeister wolle es riskieren, vor den Wahlen Bußgelder zu verhängen, hieß es. Es ist der dritte Anlauf innerhalb von vier Jahren, das Rauchen in Griechenland in öffentlichen Räumen zu verbieten.

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