Ärzte Zeitung online, 21.10.2010

Spanien verschärft Anti-Tabak-Gesetz

MADRID (dpa). Spanien verbietet künftig das Rauchen in allen Gaststätten und Restaurants. Dies sieht ein neues Anti-Tabak-Gesetz vor, das am Mittwoch im Madrider Parlament einstimmig verabschiedet wurde. Danach soll der Tabakgenuss künftig in allen geschlossenen und öffentlich zugänglichen Räumen untersagt werden.

Von dieser Regelung sollen nur die Haftanstalten und psychiatrischen Kliniken ausgenommen werden. Dort sollen Raucherzimmer eingerichtet werden. Die neue Regelung muss noch vom Senat (Oberhaus des Parlaments) gebilligt werden und soll am 2. Januar 2011 in Kraft treten. Sie bedeutet eine erhebliche Verschärfung des bisherigen Anti-Tabak-Gesetzes.

Bisher herrscht in Spanien zwar an den Arbeitsplätzen, auf Bahnhöfen und in Zügen ein generelles Rauchverbot. Aber in Gaststätten können die Wirte bislang in der Regel selbst entscheiden, ob in ihren Lokalen das Rauchen untersagt oder erlaubt ist. In 89 Prozent der über 350.000 Gaststätten darf gequalmt werden, nur 11 Prozent wurden zu Nichtraucher-Lokalen deklariert.

Nach dem neuen Gesetz soll es auch nicht zugelassen werden, dass Gaststätten getrennte Raucherzimmer einrichten. An bestimmten Stellen soll das Rauchen sogar unter freiem Himmel verboten werden. Dazu sollen Kinderspielplätze, Schulhöfe und Innenhöfe von Krankenhäusern gehören.

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