Ärzte Zeitung online, 22.10.2010
 

Haiti droht Cholera-Epidemie

PORT-AU PRINCE (eb). Haiti droht womöglich eine Todeswelle durch Cholera. In den vergangen Tagen sind nördlich der Hauptstadt Port-au-Prince dutzende Menschen an Durchfallerkrankungen gestorben. Die Behörden sprechen von 135 Todesfällen durch Cholera.

Haiti droht Cholera-Epidemie

Notunterkunft in Pentionville auf Haiti: Dem Inselstaat droht eine Cholera-Epidemie.

© dpa

Bislang wurden die Zahlen nicht von Regierungsseite bestätigt. Internationale Medien berufen sich bei den Angaben auf den Präsidenten des nationalen Gesundheitsverbands, Claude Suréna. Die Regierung des Karibikstaats hat unterdessen einen Krisensitzung einberufen.

Den Angaben zufolge sind fast 1500 Menschen im Norden Haitis an Cholera erkrankt. Hunderte Menschen werden offenbar stationär gegen Durchfallerkrankungen behandelt. Die größten Flüchtlingslager um die Hauptstadt hat die Epidemie offenbar noch nicht erreicht.

Internationale Hilfsorganisationen hatten in jüngster Vergangenheit immer wieder die schlechten hygienischen Zustände bemängelt. Die Bevölkerung habe nur einen unzureichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser. Überschwemmungen durch anhaltende Regenfälle haben die Lage in den letzten Tage massiv verschärft.

Am 13. Januar dieses Jahres kam es in Haiti zu einem verheerenden Erdbeben. 220 000 Menschen kamen damals ums Leben, mehr als 300 000 wurden verletzt. Noch immer sind mehr als eine Millionen Menschen obdachlos oder leben in Notunterkünften. Seitdem herrscht in dem Land die Angst vor Seuchen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Überlebensvorteil bei Übergewicht nur ein Trugschluss?

Übergewicht ist ein kardiovaskulärer Risikofaktor, doch wer schon eine entsprechende Erkrankung hat, lebt länger. Stimmt dieses "Adipositas-Paradox" vielleicht gar nicht? mehr »

Oh, Britannia! Was hat der "Brexismus" aus dir gemacht?

Von wegen Tea Time, Queen und Linksverkehr: Nicht nur der Blick der Briten auf die EU hat sich geändert. Umgekehrt blicken auch Menschen weit außerhalb Europas inzwischen mit Unverständnis auf die Insel. mehr »

Sechs Kassen auf der Kippe – Barmer-Chef fordert Reformen

Dramatischer Zwischenruf: Das wirtschaftliche Gefüge der GKV sei instabil, sagt Barmer Chef Straub. Rund ein halbes Dutzend großer Kassen würden nur noch von der guten Konjunktur getragen. mehr »