Ärzte Zeitung, 15.02.2011

EU verstärkt Schutz gegen Arzneifälschungen

STRASSBURG (spe). Am Mittwoch wird das Europäische Parlament (EP) in Straßburg voraussichtlich ein Gesetz verabschieden, das das Fälschen von Arzneimitteln und den Handel mit Fälschungen in der EU künftig deutlich erschweren soll.

EU verstärkt Schutz gegen Arzneifälschungen

Gefälscht oder original? Künftig sollen einzelne Medikamentenpackungen etwa durch eine Seriennummer identifizierbar sein.

© dpa

Die Regelungen sehen unter anderem eine fälschungssichere Kennzeichnung, etwa durch Hologramme, vor. Außerdem sollen Medikamentenpackungen künftig individuell identifizierbar sein, etwa durch eine Seriennummer.

Durch das Scannen eines Barcodes kann bei Verkauf des Medikamentes dann überprüft werden, woher das Medikament kommt und ob es sich um ein Originalprodukt handelt.

Die Richtlinie gilt für rezeptpflichtige Medikamente. "Es macht keinen Sinn, verhältnismäßig preiswerte Medikamente, die keinen Anlass zur Fälschung bieten, mit aufwendigen Sicherheitsmerkmalen auszustatten", so der gesundheitspolitische Sprecher der Europäischen Volkspartei, Dr. Peter Liese.

Der Internethandel mit Arzneimitteln soll nicht verboten werden. Das Regelwerk schafft aber erstmals Voraussetzungen, um Patienten vor Betrug beim Onlinehandel zu schützen.

Die Zahl der Arzneifälschungen ist in der EU in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Die Zollbehörden beschlagnahmten allein 2010 neun Millionen gefälschte Arzneipackungen mit über 34 Millionen Tabletten.

Dazu gehörten Potenzmittel, Cholesterinsenker, Medikamente gegen Osteoporose und Malaria, Antibiotika und Virostatika. "Mit dieser Richtlinie wird kriminellen Fälschern das Handwerk erschwert und somit trägt sie erheblich zur Patientensicherheit bei", betont der FDP-Europaabgeordnete Holger Krahmer.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die Malaria-Gefahr wächst

Weltweit steigen Erkrankungszahlen an Malaria seit zwei Jahren wieder. Es trifft nicht nur Kinder in Entwicklungsländern, sondern auch Reisende aus Deutschland. mehr »

Kein Frühstück = höheres Diabetes-Risiko

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko für Diabetes. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Gutachter schlagen neuen Pflege-TÜV vor

Weg mit den umstrittenen Pflegenoten, ist das Ziel eines neuen Pflege-TÜVs. Im Mittelpunkt soll nicht mehr die Dokumentation stehen, sondern die Ergebnisqualität stehen. mehr »