Ärzte Zeitung online, 09.05.2011

Streit über britische Gesundheitsreform

LONDON (dpa). Die Pläne des britischen Premierministers David Cameron für eine grundlegende Gesundheitsreform sind massiv unter Beschuss geraten.

Die Liberaldemokraten, Juniorpartner von Camerons Konservativen in der Regierungskoalition, wollen die Reform ohne grundlegende Änderungen nicht mittragen.

Einen Stopp der Gesundheitsreform forderte am Montag auch die Vorsitzende des Hausärzteverbandes, dem Royal College of General Practitioners, Dr. Clare Gerada.

Clegg: "Künftig weniger Kompromissbereitschaft"

Die Kritik von Parteichef Nick Clegg und seinen Liberaldemokraten kommt wenige Tage nach einer vernichtenden Niederlage des kleineren Koalitionspartners bei Regional- und Kommunalwahlen sowie bei einer Abstimmung über das künftige Wahlsystem.

Die Wähler straften Clegg und seine Partei für allzu viele Kompromisse ab - etwa bei von den Konservativen vorangetriebenen Sozialkürzungen. Clegg kündigte daraufhin an, künftig weniger Kompromissbereitschaft zeigen zu wollen.

Der britische National Health Service (NHS) könne unwiederbringlich geschädigt werden, kritisierte der Hausärzteverband. Es müsse weiterhin allen zugänglich sein, abhängig von der medizinischen Notwendigkeit, nicht von der Zahlungsfähigkeit des Patienten.

Die Regierung plant unter anderem Kürzungen im Katalog der kostenlosen Leistungen aus dem steuerfinanzierten System.

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