Ärzte Zeitung online, 21.07.2011

Israel: Assistenzärzte liefern sich in Notaufnahme ein

TEL AVIV (dpa). Aus Protest gegen schlechte Bezahlung und extrem lange Schichten haben sich Assistenzärzte in Israel selbst in die Notaufnahme eingewiesen und so ein Streikverbot umgangen.

Israel: Assistenzärzte liefern sich in Notaufnahme ein

Notaufnahme in Haifa: Assistenzärzte in Israel haben sich demonstrativ in Notaufnahmen eingewiesen und so ein Streikverbot umgangen.

© dpa

Dutzende von Medizinern in der Facharztausbildung verließen am Donnerstag in mehreren Krankenhäusern ihre Stationen, wie der israelische Rundfunk berichtete.

Die jungen Ärzte hätten sich in den Notaufnahmen ihrer Kliniken über Erschöpfungssymptome beklagt. Damit umgingen die Assistenten ein Streikverbot des israelischen Arbeitsgerichts.

Die israelische Ärzte protestieren seit Monaten gegen niedrige Gehälter und harte Arbeitsbedingungen mit Endlosschichten. In den Kliniken kommt es landesweit immer wieder zu befristeten Streiks.

Die Proteste werden von den jungen Assistenzärzten angeführt, aber von den meisten Fachärzten mitgetragen.

Ein Arzt in der Weiterbildung verdient in Israel laut dem Verband der Assistenzärzte durchschnittlich umgerechnet 1000 Euro brutto Grundgehalt im Monat.

Mit extra bezahlten Sonderschichten könne das Gehalt bis auf umgerechnet 2600 Euro steigen. Die jungen Assistenzärzte müssten monatlich durchschnittlich acht Sonderschichten von 26 Stunden schieben. Insgesamt arbeiteten sie im Monat etwa 300 Stunden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Ausreichend Folsäure schützt Hypertoniker vor Schlaganfall

Bestimmte Hypertoniker sollten auf eine gute Folsäureversorgung achten. Dadurch können sie ihr Schlaganfallrisiko deutlich senken. mehr »

Feinsinnige Geister und Antisemiten

Ein neues Buch beleuchtet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin während des Nationalsozialismus. Am Fallbeispiel Emil von Bergmann erkennen Leser, wie zwiegespalten die DGIM-Mitglieder waren. mehr »

Saunieren schützt vor Schlaganfall

Möglicherweise beugt häufiges Saunieren Hirninfarkten vor. In einer finnischen Studie war die Schlaganfallrate bei Saunafans um 60 Prozent reduziert - dafür mussten Saunagänger aber einen Faktor beherzigen. mehr »