Ärzte Zeitung online, 16.09.2011

Volkskrankheiten: Schelte für UN

NEW YORK (dpa). Wenige Tage vor einer großen UN-Konferenz über nicht-ansteckende Krankheiten wie Krebs oder Diabetes sind die Vereinten Nationen (UN) ins Kreuzfeuer der Kritik geraten.

Volkskrankheiten: Schelte für UN

UN in New York: Kritik von 140 Organisationen an der Zusammenarbeit mit privaten Firmen.

© Hohlfeld / imago

140 gemeinnützige Organisationen ermahnten die UN und die ihr angeschlossene Weltgesundheitsorganisation, bei der Zusammenarbeit mit der Lebens- und Genussmittelindustrie auf mögliche Interessenkonflikte zu achten.

In einem offenen Brief appellierten die nicht-staatlichen Organisationen (NGOs) an die Vereinten Nationen, künftig mehr Distanz zu Unternehmen zu wahren, deren Produkte zum Tod von 36 Millionen Menschen im Jahr beitragen könnten (The Lancet 2011; online 16. September).

Das gelte auch für die Arbeit mit angeblich gemeinnützigen Organisationen, die in Wirklichkeit eher geschäftliche Ziele verfolgten.

Schärferer Regeln zur Zusammenarbeit gefordert

Tabak, Alkoholmissbrauch, zu süße und fettreiche Ernährung tragen wesentlich zur Entstehung der großen Volkskrankheiten bei, begründen die Autoren ihren Vorstoß.

Leiden wie KHK, Hypertonie, Diabetes, chronische Erkrankungen der Atemwege und Krebs, sind nach Angaben der Autoren für 60 Prozent aller Todesfälle weltweit verantwortlich.

Bei der Kooperation mit "Unternehmen, die zum Verkauf von alkoholischen Getränken, von Lebensmitteln mit hohem Fett-, Salz und Zuckergehalt sowie von Tabak beitragen und von ihm profitieren, ist der Konflikt nicht zu übersehen", warnten die NGOs.

Die UN sollten die Konferenz am kommenden Montag und Dienstag in New York nutzen, um schärfere Bestimmungen für die Zusammenarbeit mit der Industrie zu empfehlen.

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