Ärzte Zeitung online, 25.10.2011

Angst vor Bio-Terror: USA erwägen Anthrax-Impfung

WASHINGTON (dpa). Aus Angst vor Terrorangriffen mit Biowaffen erwägt die US-Regierung nach einem Zeitungsbericht, Kinder gegen Milzbrand impfen zu lassen.

Die auch als Anthrax bekannte Krankheit werde durch leicht reproduzierbare Erreger ausgelöst und stelle nach Meinung des Weißen Hauses deshalb eine Bedrohung für die Bevölkerung dar, berichtete die "Washington Post" am Dienstag. Eine Entscheidung könne noch in diesem Monat getroffen werden.

Eine von der Regierung eingesetzte Arbeitsgruppe befürworte die Impfung, um ohne Druck eines tatsächlichen Angriffs verlässliche Daten über die Wirksamkeit sammeln zu können, schreibt das Blatt.

Kritiker meinen dagegen, es sei unethisch, gesunden Kinder die Erreger zu injizieren, nur weil die hypothetische Möglichkeit eines Anschlages bestehe.

Wissenschaftler soll der Täter gewesen sein

Ihrer Meinung nach sollte mit Impfungen und Tests bis zu einem tatsächlichen Angriff gewartet werden.

Der Anti-Milzbrand-Impfstoff wurde zwar seit 1998 an 2,6 Millionen US-Militärangehörigen getestet, bisher aber nicht an gesunden Kindern.

Kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gab es in den USA tödliche Anthrax-Anschläge. Fünf Menschen waren damals gestorben.

Nach Ansicht der Ermittlungsbehörden war ein US-Biowissenschaftler, der sich 2008 das Leben nahm, für die Taten verantwortlich.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Weniger Kardiologen = mehr Herztote?

In Bundesländern mit weniger niedergelassenen Kardiologen sterben mehr Patienten an Herzerkrankungen, so der aktuelle Herzbericht. mehr »

Personalmangel in der Pflege gefährdet Patienten

17.18Die Gesundheitspolitik der künftigen Regierung wird einen Schwerpunkt bei Pflege setzen müssen. Davon zeigen sich Fachleute im Vorfeld des Kongress Pflege überzeugt. mehr »

Fehlerquelle Datenschutzerklärung

Die meisten Praxis-Websites von Haus- und Fachärzten erfüllen nicht die gesetzlichen Anforderungen. Das legt eine aktuelle Studie nah. mehr »