Ärzte Zeitung online, 02.12.2011

Ärztestreiks legen slowakische Kliniken lahm

BRATISLAVA (dpa). Der massivste Ärztestreik in der Geschichte der Slowakei hat das Gesundheitswesen des Landes am Freitag an den Rand des Zusammenbruchs gebracht.

Mit dem Streik wehren sich die Mediziner gegen ihre Zwangsverpflichtung. Die Regierung hatte schon am Dienstag den Notstand ausgerufen, um Ärzte unter Strafandrohung zur Arbeit zwingen zu können.

Es hatten nämlich mehr als 2400 Ärzte zu Ende November gekündigt, um gegen niedrige Bezahlung und schlechte Arbeitsbedingungen zu protestieren. Slowakische Krankenhausärzte verdienen im Schnitt 1600 Euro pro Monat.

1200 der 7000 Krankenhausärzte streiken

Die Ärztegewerkschaft LOZ blieb hart und forderte die Regierung am Freitag zum Nachgeben auf, um eine Gefährdung von Leben und Gesundheit der Bürger abzuwenden.

Vor allem die Kinderabteilungen sowie Anästhesiologie, Chirurgie und Gynäkologie seien bereits in mehreren Krankenhäusern "kollabiert", teilte die Ärztevertretung auf ihrer Internet-Protestseite mit.

Bis Freitag verweigerten nach Angaben des Gesundheitsministeriums noch 1200 der rund 7000 staatlichen Krankenhausärzte die Arbeit. Die Regierung bat auch die Nachbarstaaten um Hilfe.

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