Ärzte Zeitung online, 21.12.2011
 

Exportverbot für Barbiturate amtlich

BRÜSSEL (nös). Als Reaktion auf die Todesstrafe mit der Giftspritze in den USA stoppt die Europäische Union den Export von kurz- und mittelwirksamen Barbituraten.

Die Durchführungsverordnung gilt ab dem 21. Dezember. Pharmagroßhändler und -hersteller müssen künftig zunächst eine Ausfuhrgenehmigung beantragen, wenn die Barbiturate exportieren wollen.

Betroffen sind unter anderem Thiopental und Pentobarbital sowie deren Natriumsalze. Erfasst werden auch sämtliche Präparate, die diese Wirkstoffe beinhalten.

Die Verordnung kam unter anderem auf Betreiben Deutschlands zustande. Wirtschaftsminister Philipp Rösler von der FDP hatte sich für die Exportbeschränkung eingesetzt, nachdem die USA Anfang des Jahres in Deutschland Thiopental-Natrium für die Giftspritze kaufen wollten.

Rösler, damals noch Gesundheitsminister, appellierte an den Großhandel, dieser Bitte nicht nachzukommen.

Auslöser für das US-Begehren ist ein eklatanter Versorgungsengpass mit Thiopental, das als erstes von drei Giften für die Todesspritze eingesetzt wird. Anfang des Jahres hatte der einzige Hersteller im Land die Produktion aus Protest gegen die Todesstrafe eingestellt.

Lesen Sie dazu auch:
Giftspritze adé: Europa sperrt Barbiturate weg

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