Ärzte Zeitung, 30.05.2012

Schwierigere Englisch-Tests für Ärzte in Großbritannien

LONDON (ast/chb). Ausländische Ärzte, die in Großbritannien praktizieren möchten, müssen sich auf eine Überprüfung ihrer Englischkenntnisse einstellen. Darauf hat das Londoner Gesundheitsministerium hingewiesen. Das Ministerium kündigte neue Sprachtests an.

Wie Ressortchef Andrew Lansley kürzlich vor Journalisten in London sagte, kommt es im staatlichen Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) "leider immer wieder vor", dass Ärzte wegen "mangelhafter Sprachkenntnisse nicht mit ihren Patienten kommunizieren" könnten.

Das führe nicht selten zu Behandlungsfehlern oder mangelhafter Compliance, so der Gesundheitsminister.

Das soll sich zukünftig bessern, kündigte Lansley an. Er will 500 Ärzte damit beauftragen, ausländische Ärzte, die für den NHS bereits praktizieren oder künftig praktizieren möchten, auf deren Kenntnisse der englischen Sprache hin zu überprüfen.

Spricht ein Arzt schlechtes Englisch, so soll es nach den Vorstellungen des Gesundheitsministers künftig möglich sein, den Mediziner von der Patientenversorgung auszuschließen. Das soll nach Informationen der "Ärzte Zeitung" auch für Ärzte aus Deutschland und anderen EU-Staaten gelten.

Laut Londoner Gesundheitsministerium steigt der Anteil der ausländischen Ärzte in Großbritannien seit Jahren. Jeder dritte Arzt des staatlichen Gesundheitsdienstes stammt inzwischen aus dem Ausland. Bislang wurden lediglich Ärzte, die von außerhalb der EU kommen, auf deren englische Sprachkenntnisse geprüft.

B2-Niveau reicht bislang in Deutschland aus

Mangelnde Sprachkenntnisse ausländischer Ärzte sind aber offenbar auch an deutschen Kliniken ein großes Problem.

So forderte der Marburger Bund kürzlich auf seiner Hauptversammlung, dass das Sprachniveau eines ausländischen Arztes mindestens dem Level C 1 entsprechen sollte.

Bislang genügt es, wenn ein anerkanntes Sprachinstitut dem Arzt bescheinigt, über das B2-Niveau zu verfügen.

"Es reicht nicht aus, wenn ein Arzt im Nachtdienst eine Pizza bestellen kann", sagte MB-Chef Rudolf Henke in Nürnberg.

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