Ärzte Zeitung, 11.07.2012

Kontrazeptiva für 120 Millionen Frauen

LONDON (dpa). Im Kampf gegen die wachsende Weltbevölkerung sollen in den nächsten acht Jahren 120 Millionen Frauen weltweit mit Verhütungsmitteln versorgt werden.

Das hat ein internationales Gipfeltreffen von Hilfsorganisationen am internationalen Tag der Weltbevölkerung in London gefordert.

Hinter dem Aufruf vom Mittwoch stehen 1300 Organisationen. Derzeit leben 7,1 Milliarden Menschen auf der Erde.

Schätzungen zufolge könnten es bis 2050 bis zu elf Milliarden werden. Täglich kommen 227.000 mehr Bürger hinzu. Das Treffen wird von der britischen Regierung und Gates Stiftung ausgerichtet.

[11.07.2012, 19:38:59]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Menschliche Reproduktion im Wettlauf gegen die Zeit
Bei grob geschätzt gut 3,5 Milliarden Frauen auf dieser Erde reichen die zum internationalen Gipfeltreffen von Hilfsorganisationen über 8 Jahre beschlossenen "Kontrazeptiva für 120 Millionen Frauen" nur für 3,43 Prozent. 96,57 Prozent bleiben ohne.

Bei einem (fiktiven) Erlös von 5 Euro pro Packung oraler Kontrazeptiva (OC), dreizehn 28-Tage-Behandlungszyklen pro Jahr und 8 Jahren Anwendungsdauer sind das 7,8 Milliarden Euro jährlich bzw. insgesamt 62.4 Milliarden für die 8-jährige Gesamtzeit bei "Pillenherstellern und -Vertreibern". Dafür könnten einige Männer einige Kondome kaufen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »