Ärzte Zeitung online, 16.08.2013

USA

Gesundheitsreform hilft adipösen Amerikanern

"Obamacare", von konservativen US-Politikern verteufelt, bietet vielen dicken Menschen in den USA endlich Hoffnung.

Von Claudia Pieper

WASHINGTON. Mehr als ein Drittel der US-Amerikaner leidet unter schwerem Übergewicht. Für sie ist jetzt Hilfe in Sicht: Unter "Obamacare" müssen die meisten Krankenversicherungen nun ärztliche Beratung anbieten und voll bezahlen.

Behandlungsalternativen sollen ebenfalls abgedeckt werden. Dabei hängt es allerdings von den einzelnen Versicherungen ab, welche Hilfen zur Gewichtsabnahme sie anbieten.

Versicherungen setzen auf Telefonberatung

Manche Versicherungen wählen billige Alternativen wie Diätberatung per Telefon, andere zahlen für Einzel- oder Gruppenberatung. Wieder andere kommen für die Teilnahme an Programmen spezialisierter Dienstleister wie zum Beispiel "Weight Watchers" auf.

Die Verschreibung gewichtskontrollierender Medikamente sowie operative Eingriffe, wie die bariatrische Chirurgie, gehören zu den kostenintensiveren Interventionen, die nicht von allen Versicherungen abgedeckt werden.

Sorge vor noch stärkerer Stigmatisierung

Vieles deutet aber darauf hin, dass die Adipositas (Body Mass Index bei bzw. über 30), auch in den USA immer ernster genommen wird. So beschloss zum Beispiel die größte US-amerikanische Ärztelobby, die American Medical Association (AMA), auf ihrer Jahrestagung im Juni, Adipositas offiziell als Krankheit anzuerkennen.

Obwohl einige Kritiker befürchten, dass schwer Übergewichtige damit noch mehr stigmatisiert werden, wurde der Beschluss in der öffentlichen Debatte durchaus auch begrüßt.

Erwartet wird, dass Ärzte Fettleibige in Zukunft konsequenter auf ihren Zustand ansprechen und ihnen Behandlungsalternativen aufzeigen.

Eine Gewichtsreduzierung hat nicht nur positive Folgen für den einzelnen Patienten, sondern auch für das strapazierte amerikanische Gesundheitssystem: Es ist erwiesen, dass es 1400 US-Dollar pro Jahr mehr kostet, einen fettleibigen Patienten zu behandeln als Menschen mit Normalgewicht.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Unterwegs mit dem ADAC-Ambulanzjet

Wer auf Auslandsreisen krank wird, der ist froh, wenn schnelle Hilfe naht. Besonders zügig geht das mit einem Ambulanzjet - etwa vom ADAC. mehr »

Ein Besuch auf der Messe "Medicare Taiwan"

Taiwans Medizintechnikunternehmen gelten als Powerhouse - und sie suchen den Schulterschluss mit internationalen Partnern. Die "Medicare Taiwan" ist DER Branchentreff – ein Fachmessebesuch in Taipeh. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen.. mehr »