Ärzte Zeitung online, 05.09.2013

Weltrisikobericht

Gute medizinische Versorgung macht Länder robuster

Ein Bericht von Entwicklungshilfeorganisationen belegt die zentrale Bedeutung der medizinischen Versorgung bei der Bewältigung von Naturkatastrophen.

BONN. Länder mit guter medizinischer Versorgung sind robuster gegenüber Naturgefahren und verfügen über größere Kapazitäten, mit Katastrophen umzugehen.

Das zeigt der Weltrisikobericht, den das "Bündnis Entwicklung hilft" am Mittwoch vorgestellt hat. In dem Bündnis sind Organisationen wie etwa Misereor oder die Welthungerhilfe zusammengeschlossen. Gesundheit und medizinische Versorgung sind Schwerpunktthemen des Berichts.

Kern der Studie ist der Weltrisiko-Index, den das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen berechnet hat.

Am meisten unter den 173 untersuchten Staaten sind solche gefährdet, in denen eine hohe Wahrscheinlichkeit für Naturgefahren mit einer hohen Verwundbarkeit der Gesellschaften einhergeht.

Deutschland liegt auf Platz 146

Die am meisten gefährdeten Länder liegen in Ozeanien, Südostasien und Lateinamerika: Vanatu, Tonga, Philippinen, Guatemala und Bangladesch. Deutschland nimmt Platz 146 ein, Japan liegt als einziges hoch entwickeltes Industrieland auf Platz 15 der am stärksten gefährdeten Länder.

Für den Index werden mehrere Parameter herangezogen, unter anderem der Grad der Gefahr einer Naturkatastrophe, aber auch die Möglichkeiten, darauf zu reagieren.

Das verdeutlicht der Vergleich von Deutschland mit Pakistan: In beiden Ländern können Naturgefahren statistisch etwa elf Prozent der Bevölkerung treffen.

Beim Hochwasser im Mai und Juni dieses Jahres starben in Deutschland acht Menschen. Dagegen forderten die Überschwemmungen in Pakistan im Juli und August 2010 mehr als 1700 Todesopfer.

Gesundheitschancen sind sehr ungleich verteilt

Es sei "schockierend" zu sehen, wie ungleich die Gesundheitschancen verteilt seien, sagte Peter Mucke, Geschäftsführer von "Bündnis Entwicklung hilft".

In den USA wurden im Jahr 2011 pro Kopf rund 8600 US-Dollar für Gesundheit ausgegeben, in Äthiopien waren es etwa 16 US-Dollar.

Aus Sicht der Organisationen lenkt der Weltrisikobericht den Blick von der akuten Katastrophenhilfe hin zu Prävention und medizinischer Grundversorgung.

Die Staatengemeinschaft dürfe ärmere Länder, die sich auf Naturgefahren und die Folgen des Klimawandels vorbereiten wollen, nicht allein lassen, hieß es. (fst)

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