Ärzte Zeitung online, 27.11.2013
 

Dritte Welt

GAVI finanziert neue Polio-Vakzine

GENF. Die gemeinnützige GAVI Alliance will die Einführung einer inaktivierten Poliovakzine (IPV) in den 73 ärmsten Ländern der Welt finanzieren. Die Organisation folgt damit einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Gegenüber der herkömmlichen Schluckimpfung erhofft sich die WHO von inaktiviertem Polioimpfstoff eine höhere Immunität. Zudem werde die Ausrottung von Polio-Wildvirus-Typen in Polio-endemischen Ländern wie Afghanistan, Nigeria und Pakistan durch den Einsatz der neuen Vakzine beschleunigt, heißt es in einer Mitteilung. der GAVI Alliance.

Weitere Finanzhilfen hat der GAVI-Vorstand bei seiner jüngsten Sitzung unter anderem zugunsten von Gelbfieber-Kampagnen in Afrika beschlossen. Geld soll es darüber hinaus auch für Bevorratungskäufe mit Cholera-Impfstoff in endemischen Gebieten geben sowie für Impfaktionen in Entwicklungsländern gegen Japanische Enzephalitis (JE).

Letzteres habe man schon früher gewollt, heißt es weiter. Jedoch gab es bislang keinen zugelassenen JE-Impfstoff. Erst im Oktober dieses Jahres habe ein entsprechendes Produkt des chinesischen Herstellers Chengdu Grünes Licht von der WHO erhalten.

Nach Angabe der GAVI Alliance gibt es jährlich mehr als 66.000 klinisch bestätigte Fälle von Japanischer Enzephalitis. Die Mortalität betrage 30 Prozent.

Ab 2014 könnten betroffene Länder finanzielle Unterstützung zur Einführung des JE-Impfstoffes beantragen. Man erwarte, dass Kambodscha und Laos zu den ersten gehören, die vorstellig werden. (cw)

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