Ärzte Zeitung App, 01.07.2014

Europäische Union

Windhorst für europaweites Ärzteregister

Ärztekammern könnten Berufserlaubnis von Ärzten aus dem Ausland einfacher prüfen.

KÖLN. Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) Dr. Theodor Windhorst macht sich für die Einführung eines europaweiten Registers für Ärzte stark. Ein solches Instrument soll es ermöglichen, die Wege von Ärzten zwischen den Ländern zu verfolgen und die Qualifikationen sowie die Berufserlaubnis zu prüfen.

Hintergrund für die Forderung sind Meldungen über einen deutschen Arzt, der in Norwegen wegen sexueller Belästigung seine Arztlizenz verlor, jetzt aber wieder an einer westfälischen Klinik arbeitet.

Über ein Register könne Transparenz über solche Fälle geschaffen, gleichzeitig aber auch die Mär über angebliche Dunkelziffern im Keim erstickt werden, sagt Windhorst. Wichtig ist für ihn, dass die Ärztekammern "Herr des Verfahrens" bleiben.

Das Register würde es Ärzten, denen in einem EU-Land die ärztliche Tätigkeit verboten wurde, erschweren, in einem anderen Land weiter Menschen medizinisch zu versorgen. "Das ist auch eine Verbesserung des Patientenschutzes", sagt Windhorst.

In Westfalen-Lippe habe es in der Vergangenheit zwei relevante Fälle dieser Art gegeben, der aktuelle Fall sei der dritte. Der ÄKWL hätten zunächst keine Informationen vorgelegen. "Hätten wir sie früher gehabt, wäre es möglich gewesen, im Rahmen unserer Möglichkeiten schneller berufsrechtlich tätig zu werden", betont Windhorst.

Der ÄKWL-Präsident begrüßt die EU-Richtlinie zur "Anerkennung von Berufsqualifikationen und Verwaltungszusammenarbeit mithilfe des Binneninformationssystems", das einen besseren Informationsaustausch zwischen den EU-Ländern über Berufstätige ermöglicht. Ein solches Frühwarnsystem sei gut, müsse aber auf Nicht-EU-Länder ausgeweitet werden, fordert er.

"Damit können die wenigen schwarzen Schafe, die es nun mal leider auch in der Ärzteschaft gibt, besser identifiziert und zur Verantwortung gezogen werden." (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Drastisch veränderte Mundflora bei Krebs

Beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle ist die Zusammensetzung des oralen Keimwelt im Vergleich zu Gesunden drastisch verschoben. mehr »

Engagement, das Früchte trägt

Jungen Menschen fehlt es an Gespür für ehrenamtliches Engagement? Ein Vorurteil, wie sich bei der Springer Medizin Gala gezeigt hat. Deutlich wurde auch, dass Engagement für Hilfsbedürftige auch den Sinn für das Politische schärft. mehr »

So wird Insulin für Diabetiker produziert

Hinter den Toren des Industrieparks Höchst bieten sich faszinierende Einblicke in die Welt der Hochleistungs-Biotechnologie: Milliarden von E.coli-Bakterien produzieren hier das für Diabetiker überlebenswichtige Insulin. mehr »