Ärzte Zeitung online, 09.07.2014

Wegen Sparpolitik

Portugals Ärzte streiken

Aus Protest gegen die Einsparungen im Gesundheitswesen haben die Ärzte in Portugal für zwei Tage die Arbeit niedergelegt. Der Verband freut sich über eine große Streik-Beteiligung.

LISSABON. Aus Protest gegen die Sparpolitik der Regierung sind die Ärzte in Portugal in einen landesweiten Streik getreten.

Nach Angaben des Ärzteverbandes FNAM, der zu dem Ausstand aufgerufen hatte, legten 90 Prozent der Mediziner die Arbeit nieder. Die Regierung bezeichnete diese Zahl nach Medienberichten vom Mittwoch als weit übertrieben.

Der 48-stündige Streik hatte am Dienstag begonnen und soll in der Nacht zum Donnerstag zu Ende gehen.

Die Mediziner protestierten mit der Arbeitsniederlegung dagegen, dass der Bereich der Gesundheit nach ihrer Ansicht von den Einsparungen besonders stark betroffen ist. Gesundheitsminister Paulo Macedo meinte dagegen, der Streik sei "politisch motiviert".

Portugal hatte 2011 zur Abwendung eines Staatsbankrotts von internationalen Geldgebern ein Hilfspaket von 78 Milliarden Euro erhalten.

Lissabon musste sich dafür zu einer strikten Sparpolitik verpflichten. Am 17. Mai verließ Portugal den EU-Rettungsschirm. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Welcher Grippeimpfstoff ist für Senioren am besten?

Für ältere Menschen gelten spezielle Impf-Anforderungen, so die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie. Sie hat daher Tipps für Hausärzte zusammengestellt. mehr »

Pflegerat fordert 50.000 Stellen für die Krankenhäuser

Was hat die Pflegepolitik bewirkt? Die Meinungen sind gespalten: Gesundheitsminister Gröhe lobt die Erfolge der Koalition in der Pflegepolitik. Der Pflegerat hält dagegen. mehr »

Keine Bürgerversicherung, aber viele Wünsche

Beim Neujahrsempfang der Deutschen Ärzteschaft zeigte man sich erleichtert, dass die Bürgerversicherung vorerst vom Tisch ist. Reformbedarf gebe es aber. mehr »