Ärzte Zeitung online, 18.02.2016

England

1100 gravierende Arztfehler in drei Jahren

LONDON. Eileiter entfernt statt Blinddarm, ganzer Hoden statt Zyste: Englische Ärzte haben in den vergangenen Jahren haarsträubende Fehler gemacht. Allein zwischen 2012 und 2015 seien mehr als 1100 dokumentiert worden, berichtete die Nachrichtenagentur PA am Donnerstag.

Dazu zählten über 400 Operationen an falschen Knien, Augen oder Hüften sowie mehr als 420 Objekte, die nach OPs in den Patienten vergessen worden seien - darunter Verbandsmull, Tupfer, Skalpellklingen und Nadeln.

Einer Frau hätten Ärzte eine Niere entfernt statt einen Eierstock. Diabetes-Patienten hätten kein Insulin bekommen, andere Blut der falschen Blutgruppe oder falsche Implantate. Vereinzelt seien schlicht die Patienten verwechselt worden. "Ein einziger dieser Fehler ist einer zu viel", kommentierte eine Sprecherin des Gesundheitsdienstes NHS England. Vergangenes Jahr seien neue Richtlinien veröffentlicht worden, um sie zu verhindern.

Der über Steuern finanzierte NHS steht ständig in der Kritik, etwa weil Krankenwagen zu spät kommen oder Patienten wochenlang auf Termine warten müssen. Ärzte und Pfleger klagen über chronische Unterfinanzierung und enorme Arbeitslast mit vielen Überstunden. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Grippe-Impfsaison noch lange nicht vorbei!

Kein Land Europas erreicht die Influenza-Impfziele der WHO. Jetzt vor der Grippewelle appellieren Experten daher an Ärzte, noch möglichst viele Patienten zu schützen. mehr »

Wenn Insulin zum fetten Problem wird

Schon leicht erhöhte Insulinspiegel können offenbar Adipositas sehr stark fördern. Forscher haben sich den Zusammenhang angeschaut und empfehlen Intervallfasten – mit einer Einschränkung. mehr »

Musiktherapie tut Krebskranken gut – zumindest kurzfristig

Ein Bericht für das IQWiG bescheinigt der Musiktherapie kurzfristigen Nutzen im Vergleich zur Routineversorgung bei Angst, Depression und Stress. Zur Bewertung von Langfrist-Effekten fehlen aber Daten. mehr »