Ärzte Zeitung, 07.11.2016

Leihmutterschaft

Kambodscha folgt Vorbild Thailands

PHNOM PENH. Im Kampf gegen den "Miete-dir-einen-Bauch"-Tourismus in vielen asiatischen Ländern zieht der nächste Staat Konsequenzen: Nach Thailand hat nun auch Kambodscha das kommerzielle Geschäft mit Leihmüttern verboten. Das verkündete Gesundheitsminister Mam Bunheng vergangene Woche bei einer Konferenz mit Ärzten und Pflegern, wie verschiedene Medien berichteten.

Bislang konnten Kambodschanerinnen gegen eine Entlohnung Babys für andere Paare austragen. Nach einem Bericht der Zeitung "Cambodia Daily" gibt es in dem kleinen südostasiatischen Land etwa 50 Kliniken, die Leihmütter an interessierte Paare vermitteln.

Viele von ihnen seien nach Kambodscha gezogen, weil Länder wie Thailand, Indien oder Nepal die Bestimmungen für Leihmuttergeschäfte in letzter Zeit verschärft oder ganz verboten haben. Zuletzt war in Thailand Ende Juli das Verbot der kommerziellen Leihmutterschaft in Kraft getreten (die "Ärzte Zeitung" berichtete). Ärzten, die eine Leihmutterschaft unterstützen, droht seitdem bis zu ein Jahr Haft, Leihmüttern bis zu zehn Jahre, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Zuvor waren die thailändischen ebenso wie die kambodschanischen Gesetze zur Leihmutterschaft obskur. Zahlreiche Agenturen nutzten rechtliche Schlupflöcher, um Eltern aus aller Welt mit Leihmütterangeboten nach Asien zu locken. (jk)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »

Urologen befeuern Diskussion um Herztoddiagnostik

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie fordert große Reformen bei der Organspende. DGU-Präsident Professor Paolo Fornara erläutert im Interview, welche Neuregelungen seiner Meinung nach dringend nötig sind. mehr »